Es ist ja möglich, dachte Schwedenklee, daß ihr, die hilflos und vereinsamt im Leben steht, im ersten Augenblick eine Verbindung mit dir erwägenswert erschien. Es ist wahrscheinlich, daß sie auf deinen Vorschlag eingegangen wäre, da sie einen anderen Ausweg nicht fand! Da aber erschien Pohl! Seine Stimme weckte plötzlich die Stimmen ihrer Jugend. Und was die Hauptsache ist: er zeigte ihr einen Ausweg, in einem Augenblick, da sie ratlos war, keinen Ausweg fand, ja nicht einmal mehr an die Möglichkeit eines Ausweges dachte. Daher ihre unverständliche Erregung. Blitzschnell folgte sie ihren Instinkten.
„Aber wozu die vielen Worte?“ sagte Schwedenklee zu sich. „Es gibt eine viel einfachere Erklärung: sie liebte dich nicht! Sie fühlte, daß diese Verbindung für sie nie glücklich sein konnte. Ja, die Wahrheit ist zuweilen bitter!“
Und dann kam da vielleicht noch etwas hinzu ...
Schwedenklee lächelte.
„Sie versteht es ja heute noch nicht, weshalb sie so begierig war, nach Hamburg zu reisen – die Reine, Wundervolle!“ flüsterte er. „Später, später! Ich habe vom ersten Augenblick an alles geahnt!“
„Daß ich noch das Wettrennen um die Wiese mitmachte! Und an dem Ast hing ich so lange, daß mir heute noch der Arm weh tut!“
Funken fuhren aus Schwedenklees Zigarre.
Jeden Abend saß Schwedenklee in der Dunkelheit auf der Treppe des Hauses, und die Funken stoben. Es war Neumond.
Am Tage arbeitete er an seiner Terrasse.
„Diese fünfzig Kubikmeter Erde werden wir schon bewältigen!“ sagte er, selbstbewußt, und der Schweiß rann ihm über das Gesicht.