„Ich verstehe alles so gut. Ich bin ja selbst nicht anders gewesen – früher!“
„Ich bin, wenn ich offen sein darf,“ verteidigte sich Schwedenklee, etwas stotternd, „aus Ihren Briefen nicht recht klug geworden. Zuerst glaubte ich überhaupt an ein Mißverständnis. Ich dachte – dazu war ich sehr überarbeitet in dieser Zeit.“
Blank nickte und hob abwehrend die Hand.
„Meine Briefe waren wohl sehr verwirrt? Heute noch bin ich nicht imstande, einen Gedanken zu Ende zu denken. Ich verstehe Sie jetzt, heute vollkommen, Herr Schwedenklee! Vielleicht dachten Sie sogar, ein Bettler – oder noch schlimmer: ein Erpresser ...“
„Aber nein!“ Schwedenklee lachte verlegen. „Wie können Sie so etwas denken. Ich wüßte nicht“ – endlich kam Schwedenklee der rettende Einfall –, „ich ahnte ja nicht – Sie schrieben mir erst ganz zuletzt, welche Geborene Ihre Frau Gemahlin war.“
„Ich nahm in meiner Verwirrung, meinem Schmerze an, jeder Mensch müsse es wissen! Ich glaubte auch, es schon geschrieben zu haben. Habe ich es nicht in der ersten Mitteilung geschrieben?“
„Ich bitte Sie, sich jedenfalls in meine Lage versetzen zu wollen, Herr Blank.“
Blank schüttelte den Kopf und hob beide Hände beschwichtigend empor.
„Kein Wort mehr, ich bitte Sie herzlich. Wer hier um Verzeihung zu bitten hat, das bin ich und nicht Sie!“ sagte er mit einer Verbeugung. Zum erstenmal, seit er das Zimmer betreten hatte, blickte er Schwedenklee ins Gesicht. „Sie erinnern sich nicht mehr, daß wir uns schon einmal trafen?“ begann er nach einem langen, wie es Schwedenklee schien, forschenden Blick, mit etwas veränderter, leichterer Stimme.
„Wir?“ Schwedenklees Blick wurde unsicher. Nun wird sich das Geheimnis enthüllen, dachte er voller Spannung und sofort wieder erregt.