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Blank hatte sich in große Gala geworfen. Er trug unter dem fadendünnen Überzieher mit dem abgeschabten Pelzkragen einen grauen, dünnen Gehrock, einen schlechtgebügelten Kragen, eine alte flotte graue Binde. Die Knöpfe der altmodischen Weste waren aus Glas und einer fehlte. Seine Hände waren gepflegt, wie gestern, die Manschetten ausgefranst, aber peinlich sauber.

„Wie glücklich ich bin!“ rief er mit seiner heiseren Stimme etwas theatralisch aus und drückte Schwedenklee die beiden Hände, mit einer Herzlichkeit, die Schwedenklee in Verlegenheit brachte.

„Ich freue mich, daß Sie heute viel wohler aussehen“, erwiderte Schwedenklee, der das Bedürfnis empfand, seinem Gaste seinerseits etwas Angenehmes zu sagen. In der Tat, die Leichenblässe, die Blank gestern zeigte, schien heute etwas gemildert.

„Wohler?“ Blank lächelte und schüttelte den Kopf. „Ich lag den ganzen Tag mit Fieber zu Bett.“

„Und Sie haben nicht einfach angerufen?“

„Dieses bißchen Fieber sollte mich abhalten? Bei meinem Gesundheitszustand ist es ja völlig einerlei, ob ich mich schone oder nicht. Könnten Sie auch nur ahnen, wie ich mich auf das Zusammensein mit Ihnen freute!“

Beim Anblick der gedeckten Tafel blieb Blank vor Erstaunen auf der Schwelle stehen.

„Ist es möglich?“ rief er aus.

Augusta hatte sogar einen Strauß Maiglöckchen in die Mitte des Tisches gestellt. Das helle Speisezimmer war von einem herrlichen Duft erfüllt.