Nellys Unterricht bei Schwarz ging natürlich ohne Unterbrechung weiter – in nächster Zeit begann auch der dramatische Unterricht bei einem Schauspieler.
Alles hat schließlich seine Grenzen, dachte Schwedenklee, als er die letzten Stundengelder bezahlte.
13
Schwedenklee hatte im Laufe des Sommers kaum mehr an Blank gedacht. Bei seiner Rückkehr fand er einen Brief vor, voller Dankesbeteuerungen – die geliehene Summe lag bei – bei Heller und Pfennig.
Auch das hatte Schwedenklee vergessen, als der Winter anbrach.
Er dachte gar nicht mehr an Blank. Plötzlich aber erhielt er einen Brief: Blank war erkrankt. Sein „Nachsommer“ hatte ein rasches Ende gefunden. Eine Lungenentzündung hatte seiner Tätigkeit als Filmschauspieler ein rasches Ende bereitet. Er war in größter Not, in Verzweiflung. Selbstverständlich zögerte Schwedenklee nicht, ihm beizuspringen. Er fühlte sich förmlich verpflichtet dazu.
Dann hörte er nichts mehr von Blank.
Nelly deutete an, daß sie ihre Stellung in der Herrenschneiderei aufgeben wolle. Aber sie fand bei Schwedenklee nur taube Ohren. Eine Frau von ihrer wirtschaftlichen Basis loslösen – was bedeutete das? Nein, dafür war Schwedenklee nicht zu haben, sein Verantwortungsgefühl war zu groß.
Also blieb Nelly in ihrer Stellung. Sie schmollte indessen, sie warf Schwedenklee vor, daß er „nicht großzügig“ sei, ja geradezu geizig, eine Krämerseele. „Wenn ich nur einen deiner Bauplätze hätte, die heute Millionen wert sind,“ sagte sie, „da solltest du sehen, wie ich meine Freunde behandeln würde! Da könntest du etwas lernen.“