„Nun, so nehmen Sie, bitte. Ich gehe. Morgen früh bin ich wieder hier, ich habe heute nicht länger Zeit.“
„Einen Augenblick!“ sagte Schwester Anna und nahm ein Päckchen Briefe von einem verstaubten Brett.
„Das hier ist für Sie, und hier ist ein Brief, den Blank gestern schrieb.“
„Danke“, stammelte Schwedenklee und stürzte mit seinem Zylinder die Treppe hinab.
Noch heute wußte Schwedenklee nicht zu sagen, wie er wieder in sein Stadtviertel zurückgekommen war. Er erwachte aus einer Art von geistiger Starre, als der Chauffeur die Türe des Autos öffnete. Zu seinem großen Erstaunen stand das Auto vor seinem Stammcafé.
In einem völlig verstörten, entgeisterten Zustand kam Schwedenklee in den Billardsaal. Ohne zu denken hatte er offenbar dem Chauffeur das Stammcafé genannt.
Niemand sprach ihn an, der Kellner wagte kaum guten Abend zu sagen – jeder fühlte, daß mit Schwedenklee etwas Außergewöhnliches geschehen war.
„Lieber Freund!“ Hinter einer Zeitung verborgen, zitternd an allen Gliedern, zuweilen Kaffee schlürfend, um seine Erregung zu verbergen, entzifferte Schwedenklee Blanks letzten Brief.
„Lieber Freund! Ich habe große Eile. Schon umhüllen mich die Schleier des Todes. Ich verbrenne vor Qual. Der Gedanke an Sie ist mein einziger Trost, und ich klammere mich an Sie.
Erbarmen Sie sich meiner Tochter Ellen! Beim Andenken Ihrer Mutter – erbarmen Sie sich meines Kindes. Ich übergebe Ellen Ihrem Schutz!“