Und hier, das war offenbar die Antwort auf einen Brief Ellens, in dem sie ihm für ein Darlehen dankte.
„Kein Wort, liebste Freundin,“ schrieb er, „ich bin glücklich, Dir gefällig sein zu können. Es ist ja so selbstverständlich! Es gibt eine Solidarität des Adels, der Reichen, sollte es nicht auch eine Solidarität der Künstler und geistig Schaffenden geben?“
Lesen wir dies nochmals, sagte Schwedenklee, habe ich wirklich diese Phrasen geschrieben? Ja, er hatte Ellen ganze tausend Franken geschickt und auf ihren Dankesbrief mit derartig hochtrabenden Worten geantwortet!
In einem anderen Brief entwickelte er mit großer Beredsamkeit und vieler Wärme ein System, wie die Künstler und geistig Schaffenden zu leben hätten! Wie Mönche, nicht anders, arm, anspruchslos, materielle Genüsse und Güter verachtend, nur ihrer Kunst ergeben, in einer kameradschaftlichen Gemeinschaft. Alle, die dem „Orden“ angehörten, hätten ihre Einnahmen der Gemeinschaft zu überweisen – um der Welt ein Beispiel zu geben, wie die Menschen eigentlich leben sollten. Es sollte künftig nicht mehr Maler geben, die Millionen verdienten, während ihre Kollegen darbten – nein, die Millionen der Erfolgreichen sollten in die Kasse der Gemeinschaft der Maler fließen. Wie bei den Malern, so bei den Musikern, den Schriftstellern –
„Sind das meine Worte, wahrhaftig? Habe ich je solchen Anschauungen gehuldigt?“
Schwedenklee war erstaunt, ja förmlich verblüfft, auf diesen ihm gänzlich fremden, jungen Schwedenklee zu stoßen.
War dieser Einfall vielleicht schlecht? O nein, nein!
War es nicht im Gegenteil ein herrlicher Gedanke? Und was ist daraus geworden?
Nichts, nichts.
Schwedenklee erhob sich, verlegen. Wirklich nichts! Ich habe diese Idee ganz einfach – vergessen.