In tiefes Nachdenken versunken ging er weiter. Es half nichts, daß er die vorübergehenden Frauen musterte, um sich zu zerstreuen. Ein Paar herrische, schöne Augen leuchteten aus der feuchten Dunkelheit der Bäume – vergebens.

Schwedenklee atmete die laue Luft ein, er blickte in das knospende Geäst der hohen Bäume empor, sah die Sterne durch das leichte, schillernde Gewölk am Himmel jagen – aber seine Gedanken wurden düsterer und düsterer. Immer schwerer wurde die Last auf seinem Herzen.

Endlich blieb er stehen und holte tief Atem.

„Ja,“ sagte er halblaut vor sich hin, „vielleicht sind wir in der Tat von Gespenstern umgeben und vielleicht ist es wahr, daß die Toten nach mir greifen!“ Und er nickte ein paarmal schwer mit dem Kopfe.

Wie? Schwedenklee?

Wie ist es möglich, daß gerade er, Schwedenklee, der immer gut Gelaunte, Strahlende, der vom Glück Umschmeichelte, von der Melancholie übermannt wird?

4

Beruhigend brennt die grüne Schirmlampe auf dem riesigen Diplomatenschreibtisch. Besänftigend blicken all die vertrauten Dinge des Arbeitszimmers. Dort die Büste der Nubierin. Sie lächelt vertraulich, fast etwas verschämt.

Schon scheint das Düstere nicht mehr so drohend.

In weichen gefütterten Hausschuhen gleitet Schwedenklee über den Teppich, sein Blick wandert über die Decke. Schwedenklee schüttelt abwehrend den Kopf. „Es ist ja alles Unsinn!“ sagt er zu sich. „Diese pathetische Phrase von den Toten – und auch das mit dem kalten Hauch!“