Unruhe überfiel ihn und namenlose Sehnsucht.

Oft, während er schrieb, sprang er auf und sagte laut: „Weshalb schreibt sie nicht?“ Er mußte seine Arbeit stundenlang unterbrechen, da ihm die Sehnsucht keine Ruhe ließ.

Er sah nach seinem Kalender. Heute war der siebzehnte Tag danach.

Er ging des Nachts wieder in der Leopoldstraße auf und ab. Er lauerte auf der Schleißheimer Chaussee. Allein die Straßen waren wenig verlockend zum Radfahren. Und dann regnete es auch. Bei Regenwetter fahren junge Damen nicht Rad. Er lachte; den Weg hätte er sich ersparen können.

Weshalb schrieb sie nicht?

Sollte er schreiben? Nein, das hieße wenig Vertrauen zeigen.

Also wartete er.

Seine Arbeit bestand nun darin, von der Morgen- zur Mittagspost, von der Mittags- zur Abendpost zu warten.

Eine Stunde hat sechzig Minuten und eine Minute sechzig Sekunden, meine Freunde!

Wenn er grübelnd über den Papieren saß, so hörte er häufig Pochen an der Türe. Öffnete er, so fand er jedoch niemanden vor. Oder er vernahm das Rauschen von Frauenkleidern, hörte sie sprechen im Hofe drunten.