Was sollte er sagen? Sollte er sagen —?
So sehr er sich bemühte, er fand nichts.
Er hatte es verlernt, mit Menschen zu verkehren, mit jungen Damen angenehm zu plaudern. Die Jahre seiner Einsamkeit hatten ihm die Lippen verschlossen.
Wußte er, was diese Mädchen interessieren konnte?
„Ach, wie entzückend!“ tief Fräulein Scholl plötzlich aus und blieb stehen. „Ist es nicht herrlich?“
Der Marmorpalast der Akademie lag vor ihnen.
Vom bleichen Lichte des Mondes durchstrahlt, umgeben von dunklen Häusermassen, stieg er empor aus wipfelkahlen Bäumen wie ein heiliges Denkmal, durch eine Luftspiegelung aus einer herrlichen Welt herübergetragen. In seiner mehr denn totenhaften Stille, die nicht mehr das Ohr, nur die Phantasie faßte, in seiner sanften Schönheit stand er außerhalb alles Irdischen, außerhalb der Zeit, bereit, jeden Augenblick zu versinken und trivial-praktische Häuserklumpen zu enthüllen.
Ginstermann wußte: Das ist der Palast eines gewaltigen Königs. Der König ist gestorben und liegt aufgebahrt auf dunklem Sarkophage inmitten des Palastes. Zu seinen Füßen kauert sein Weib. Pechpfannen umflammen das Lager. Und morgen wird der Palast in Flammen stehen, und den Platz werden Menschen erfüllen, tränenlos in ihrer Trauer, als ein starkes Volk. Und Priester werden das Blut von tausend Kriegern in die rauchenden Trümmer gießen, dem Geliebten zu opfern.
„Ist es nicht überwältigend?“ flüsterte Fräulein Scholl.
„Es ist schön,“ sagte Ginstermann.