Der Nachmittag war vorüber.
Bis man den Mund auf- und zumachte, war er schon vergangen.
Ginstermann ging in der Dämmerung seines Zimmers auf und ab. Er wollte sich sammeln zur Arbeit. Da waren so sonderbare Gedanken in seinem Kopfe, die gegen die Gehirnwände pickten und ans Licht wollten.
Es würde etwas Überraschendes werden, das fühlte er.
Aber vorläufig kam er noch nicht dazu. Er war zu vergnügt, zu vergnügt. Er mußte ununterbrochen lachen, gerade als ob er Lachgas eingeatmet hätte. Schon heute Nachmittag hatte er diesen eigentümlichen Lachreiz verspürt.
Eine Menge komischer Erlebnisse fielen ihm ein und beschäftigten ihn. Da war die kleine Sängerin di Ballo, die ihn an den Haaren zupfte und mit ihrer affektierten Stimme flötete: O, noch einmal laß mich in deine schönen Augen blicken, in deine tiefen schwarzen Funkelaugen! Und da war Sergeant Köderiz, den sie jeden Abend betrunken nach Hause fuhren. Dieses Lächeln, wenn er auf dem Karren lag! Er träumte von schönen Frauen, die ihm die nackten Arme um den Hals schlangen und seinen roten Schnurrbart zirpelten.
Wenn der Mensch unglücklich ist, so denkt er an alle schlimme Stunden, ist er glücklich, an alle amüsanten Erlebnisse, das ist doch erklärlich.
Und er, Ginstermann, war heute glücklich!
Was war am Nachmittage alles geschehen? O, es waren Herrlichkeiten über Herrlichkeiten passiert.
Bianka war sehr liebenswürdig gewesen und hatte ihn ausgezankt seines übernächtigen Aussehens wegen. Sie ahnte ja nicht, was ihn nicht schlafen ließ, das war das Großartige! Er hatte ihr das feierliche Versprechen ablegen müssen, nicht mehr soviel Tee zu trinken und Zigaretten zu rauchen. Drei wollte sie gestatten. Glücklich darüber, daß sie ihn ein wenig bemutterte, hatte er ihr es versprochen.