Dann waren sie zusammen in den Chinesischen Turm gegangen und hatten Kaffee getrunken. Es hatte zu regnen begonnen. Ganz herrlich, während die Sonne schien. Wie geschliffene Brillanten fiel es durch die Sonnenstrahlen. In einem Regen glitzernder Steinchen waren sie geschritten.

„Wollen wir nicht ins Restaurant treten?“ hatte er gefragt.

„O ja, es wird besser sein.“

Und da war nun das Komische geschehen: er hatte sein Portemonnaie vergessen. Tatsächlich! Glaubt man es? Ein Mensch, der absolut nichts zu tun hat, vergißt sein Portemonnaie. Und er lud eine junge Dame zu einer Tasse Kaffee ein!

Im übrigen freute es ihn, daß er sich so vortrefflich beherrschen konnte. Es lag am Tage, an ihm war ein großer Mime verloren gegangen. Er konnte in aller Ruhe über die gleichgültigsten Dinge sprechen, ja, er konnte Bianka durch sein Benehmen, seine Nonchalance sogar beweisen, wie wenig sie ihn im Grunde interessierte. Und das alles, während es in seinem Innern fieberte, daß er die Finger verkrampfen mußte, daß er die Augen schließen mußte, damit sie nicht die Flammen seines Herzens darin sähe.

Sie durfte nichts erraten, nicht das mindeste, bei Gott, sie durfte nicht einmal Verdacht schöpfen.

Was war noch geschehen? Was war noch geschehen?

Ach, es war noch etwas Sonderbares geschehen. Das war, als sie Abschied nahmen.

Bianka hatte gesagt: „Es ist ganz merkwürdig, wenn Sie den Kopf neigen, so sehen Sie einem Freunde von mir sprechend ähnlich.“

Und ohne seine Gegenrede abzuwarten, war sie fortgefahren: „Er war ebenso alt wie Sie. Er war Komponist von starker Begabung. Man prophezeite ihm eine große Zukunft.“