Am nächsten Tag trifft er sie wieder. Sie machen zusammen Einkäufe. Er trägt die Paketchen, alle Taschen hat er voll. Sie ist heute liebenswürdiger denn je. Das bringt ihn dazu, sich kleine Scherze zu erlauben. Zum Beispiel über die Art, wie sie die Augenbraue hochziehe, wenn jemand an sie stoße. Und über ihre Augen erlaubt er sich diesen Scherz: „Ihre Augen sind so klar, Fräulein Schuhmacher, daß ich mich nicht wundern würde, plötzlich Forellen drinnen schwimmen zu sehen.“

Sie lächelt und sagt: „Sie sind ein Schelm! — Warten Sie, ich will hier Handschuhe kaufen.“

Er wartet geduldig und ungeduldig in einem, das Griffchen ihres Sonnenschirmes liebkosend, den sie ihm überlassen hat.

So geht es fort. Am nächsten Tag, am übernächsten. Des Glückes Ewigkeit ist nun gekommen.

Und heute hat sie ihn eingeladen, sie zu besuchen. Er nahm die Einladung mit ungeschickter Verblüffung entgegen.

Sie lachte und sagte: „Kommt Ihnen das so wunderbar vor?“

Und da lachte auch er.

Noch etwas Herrliches, Sinnverwirrendes. Etwas, an das er nicht denken kann, ohne die Augen dabei zu schließen.

„Adieu“, sagte sie und streckte ihm die Hand hin. Aber sie zog sie wieder zurück und streifte den Glacé ab. Und sie gab ihm ihre nackte, weiße Hand, deren feine Knochen er fühlte. Sie hat eine Hand, die in Versen spricht!

Und nun befindet er sich in Biankas Tabernakel. Hier ist keine Farbe laut, kein Licht laut, kein Geräusch laut. Das Zimmer atmet leise, es ist ein Wesen. Auf der Konsole klingt das Ticken einer Uhr, und jedes Kling-kling siebt feinen Silberstaub auf den Teppich.