Sie nannte ihn „Onkel Ginster“.

„Ich heiße Henri“, sagte er zu ihr. „Du sollst Henri sagen. Du sollst auch du zu mir sagen, ganz als ob ich ein kleiner Bub wäre.“

„Ari“, sagte sie.

„So sage Heiner. Ich heiße auch Heiner.“

„Heiner, ach ja, Heiner!“

Stundenlang hielt er die Kleine auf dem Schoß, dieses zarte, warme Körperchen an sich schmiegend. Er erzählte immerzu Geschichten.

Das waren ganz einfache, drollige Kindergeschichten, aber für einen, der sie verstand, waren sie mehr, weit mehr.

Er küßte die Kleine. „Du bist ein Dieb!“ rief es in ihm. Aber er küßte sie doch. Einmal in der Dämmerung, als er in Träumen versunken war, sprach er vor sich hin, jedes Wort stellte sich von selbst ein: „Beide Hände wollte ich gierig voller Edelsteine halten und alle rieselten sie mir durch die Finger. Du als der schönste bist mir geblieben. Kind, Kind, wenn du wüßtest, wie ich deine Mutter liebte — Kind —“

Da wurde er sich der Worte bewußt, er sprang auf und stellte Camilla hart auf den Boden.

„Bist du böse, Heiner?“