Er kauerte sich auf die Ottomane und blieb sitzen bis es dunkel wurde.
An der Decke entstand ein gelber trüber Fleck, den eine Petroleumlampe aus dem Küchenfenster gegenüber hereinwarf. Es war furchtbar still. In der Ferne wurde mit Bestecken geklappert. Ein Wagen rasselte auf der Straße. Dann war es wieder still, furchtbar still. Der schmutziggelbe Flecken an der Decke schwankte, glitt zum Fenster hinaus, erschien wieder an einer anderen Stelle.
Ginstermann saß immer noch auf der Ottomane.
Die Stille spannte sich über ihn wie eine Glocke von Glas.
Ein Pfiff schrillte und lief gleich einem Risse über diese Glocke. Schritte kamen, die Huppe eines Automobils ertönte, und Surren erschütterte die Luft. Fräulein von Sacken rief draußen über das Geländer, und eine Menge schwatzender, lachender Damen trampelte die Treppe herauf.
Ginstermann stand auf und machte Licht.
Nun war es überwunden.
Er zog das unterste Fach seiner Kommode auf und kramte darin. Bündel von Zeitschriften Manuskripten, Briefen warf er auf den Boden. Ein Päckchen Briefe in dunkelroten Enveloppen trug er an den Tisch. Sie waren abgenutzt vom vielen Herumtragen und die Schrift verwischt vom Regen.
Diese Briefe las einer vor Jahren jeden Morgen und jeden Abend. Diese Briefe waren einst für einen das, was Gebete für Leute sind, die die Verzweiflung beschwören.