Ginstermann stand und lauschte. Aus diesem Summen der Mädchen da sprach es zu ihm, wie aus dem Flüstern der Stille im Park.

Und nun verstand er.

Sterben, sprach es.

Er ging und lächelte vor sich hin, von diesem weichen, kosenden Sang gefolgt, der: sterben sagte. Wie die weichen Arme eines Unsichtbaren umschlang es ihn und küßte ihm dies Wort auf den Mund.

Die Häuser hatten ein Ende. Frei lag das Feld vor ihm.

Über die Ebene lief hurtig ein kühler Wind. Er nahm den Hut ab und ließ sich die Stirn von ihm kühlen. Das war sanft und wohltuend, er mußte an die schmalen kühlen Lippen seiner Mutter denken, wenn sie ihm die Wangen küßte.

Es regnete nicht mehr. Im Westen glomm ein schmaler, düsterroter Saum, die Nacht schlug wie das ungeheure schwermütige Lid eines Vogelauges über der Erde zusammen.

Die Luft war gewürzt vom Geruche des triefenden Waldes, der Wiesen. Er roch die Nacht heraus.

Er kniete nieder und küßte die Erde.

Adieu, sagte er. Er stand noch eine Weile: Das war der Wald, hier das Feld, dort oben der Himmel. Adieu.