Dann wandte er sich der Stadt zu. Er wollte nach Hause.

Nun konnte er plötzlich wieder denken. Aber all seine Gedanken liefen diesem einen Ziele zu, — ruhig, ohne Schmerz, erfüllt von Weihe, die dieses Ziel über sie hauchte.

Die ganze Stadt war Licht, Lärm, Lachen. Menschen fluteten, Menschen, die dieses Licht, diesen Lärm, dieses Lachen liebten, die die kleinen süßen Abenteuer liebten. Es brauste nah, in der Ferne. Es läutete, klingelte.

Aber lauter und klingender wie der Lärm des Verkehrs ging hoch oben ein Brausen über die Stadt. Es lief durch die Straßen, riß die Fenster auf, fuhr durch die Häuser, fuhr in die Brust der Menschen, und blies die Glut ihrer Herzen zu Flammen: Das Leben!

Nun lag es hinter ihm. War es nicht schön gewesen? O, es war köstlich gewesen. Es hatte ihm die große Freude, den großen Schmerz gegeben. Was sollte es mehr? Er hatte sich satt getrunken an seinen Schönheiten, er hatte seinen Rätseln gelauscht.

Er war müde, er sehnte sich nach der großen Ruhe, nach der Rückkehr in das Nichts, wo die atemlose Flucht der Erscheinungen ein Ende hatte.

Bei einem Waffenladen blieb er stehen. Die Läufe blitzten, die runden hohlen Augen blickten ihn wie etwas Bekanntes an. Wie unschuldige Wichtchen schlummerten die Kugeln in den Schachteln, plump und dick ein Schädel in Stücke reißend, klein, nur den Stich einer Nadel an der Schläfe hinterlassend.

Aber er ging weiter. Er hatte zu Hause ein scharfes, scharfes Rasiermesser. Damit wollte er sich die Adern durchschneiden, und während das Blut in langsamen Stößen seinem Körper entwich, noch an all das Herrliche denken, das ihm das Leben schenkte. —

Als er seine Treppe emporstieg, sah er Frau Trud vor der Tür des Ateliers stehen. Es schien als warte sie auf jemanden.

„Ach, Sie sind es“, sagte sie. Sie sah angegriffen aus und hatte gelbe Ringe um die Augen.