Ginstermann öffnete zuerst die geschäftlichen Mitteilungen. Eine Absage, ein Brief von seinem Verleger, der ihm meldete, daß die erste Auflage seiner Gedichte abgesetzt sei.

„Nun habe ich in zwei Jahren 500 Exemplare meiner Gedichte verkauft, Herr Doktor!“ sagte er lachend. „Er schreibt es. Ist das nicht einfach enorm?“

Dr. Scholl lachte ebenfalls.

Dann nahm er Biankas Billette zur Hand.

Ob er denn krank sei. Er solle ihr umgehend Mitteilung zukommen lassen. Das andere: Weshalb er nicht auf den Bahnhof gekommen sei. Die Abreise sei abermals verschoben worden, noch ganz zuletzt.

War das nicht zuviel? Nicht doch ein wenig zuviel? Bedenkt! Für einen, der acht Tage im Fieber gelegen.

O, nun — nun — o, nun liefen ja plötzlich goldene Stege ins Land hinein.

Er lag still, die Briefchen in seiner Hand drückend. Das Glück hatte ihn berauscht, es rieselte durch seine Glieder. Ein Blutstropfen schien es dem anderen zuzurufen.

Er versank in Träumereien. Die Stille trug ihn hoch in den Äther hinauf, wohin kein Vogel mehr fliegt. Dort schwebte er und Biankas Antlitz, durchsichtig wie Kristall, schwebt vor ihm her. Sein Blick sank in den ihrigen, und keine Macht der Welt konnte ihre Blicke trennen.

Da tickte es. Wie ein rastloser, winziger Wanderer schritt es auf silbernen Schuhen dahin. Die Uhr in der Tasche des Arztes tickte.