Und der Arzt sprach etwas. Er sprach wohl schon lange? Was sagte er nur?

„. . . ich vermisse das Schicksal, den Kampf mit dem Schicksal, der den Menschen zum Herren macht, um ihn zuletzt niederzuwerfen. Immer rechnet der Mensch mit dem Menschen ab . . .“

Ah, er sprach über moderne Literatur.

„Und wie es im Drama ist, so ist es auch im Roman. Weder das moderne Drama noch der moderne Roman ist bis jetzt geschaffen. Wir leben in keiner schöpferischen Zeit.“

Die Zeit sei allerdings unfruchtbar, leider, warf Ginstermann ein und drehte den Kopf zur Wand.

Ob ihn das Sprechen störe?

„Aber nein, keineswegs. Ich bin Ihnen sehr verbunden, Herr Doktor.“

Er hörte nur halb, was der Doktor sagte. Titel und Namen klangen an sein Ohr, ohne daß er sie recht vernahm. In ihm zogen des Traumes bunte Bilder, sanft und unaufhörlich.

„. . . seine Darstellungskraft ist bewundernswürdig. Aber es ist alles zu wenig von seiner Seele durchleuchtet, scheint mir, nie erwärmt von ihr. Der Torso ist zu kolossal, als daß er ihn durchleuchten könnte. Die anderen sind Pygmäen gegen ihn, allerdings. Man braucht nur an Germinal zu denken.“

„Wie sie die Straße dahinziehen — Brot — Brot! Die ganze geknechtete Menschheit schreit das mit, gleich einem Echo.“