. . . Da schaukelte eine Rose über dem Abgrund. Das Mädchen wollte sie haben. So stieg er hinab. Den Leuten da droben gerann das Blut in den Adern. „Das ist die Rose“, sagte er und verbeugt sich. Sie antwortet: „Ihr mußtet sie holen.“

„. . . Ich befürchte, daß der Import von Osten unserer Entwickelung schadet. Für Rußland mag er ja Fortschritt bedeuten. Hier muß sich erst eine Sozietät bilden. Diese Ideen haben wir ja schon längst überwunden. Ich für meine Person muß bei seinen Büchern nahezu historisch denken. Nehmen Sie ‚Auferstehung‘, ich finde —“

„Unser Ziel ist der Einzelne.“

„Natürlich. Wir dürfen auch schon an die Ausbildung von Individualitäten denken . . .“

. . . Im ganzen Lande läuten die Glocken. Was ist geschehen? In den Korridoren des Schlosses flüstern sie, Verwirrung in den bleichen Gesichtern. Niemand will es tun. Wer könnte es auch. Sie wissen alle, wie sehr sie den Bruder liebte. Wer soll ihr die Kunde bringen — keiner will. Das Los. Wer es zieht, der muß. Er muß. Er tut es nicht. Er geht hin und stirbt . . .

„. . . Was für die Malerei der Impressionismus ist, der sie zur Konkurrenz befähigt mit der Kunst der Renaissance, ist für die Literatur die Psychologie. Komplikationen — ach, was — —“

. . . kling — klang — klung — o Skule, König Skule — es heulen die Hunde, sehn sie den Mond — klung — klung — es weinen die Weiber, stirbt ein Spatz — o Skule, König Skule, du bist in deinen Bauch verliebt, in deinen dicken Bauch verliebt, und härmst dich, du kannst ihn nicht küssen — klung — klung . . . „Schweig, Narr! Verstimmt ist deine Leier. Roselind ist morgen tot.“ — Der Narr zieht ab. Was soll er hier bei König Skule noch? Er schneidet seine drolligsten Grimassen, greift einen Mißakkord und geht schellenklingelnd zur Tür hinaus.

Klung — klung — je schöner ein Weibchen in der Welt — je eher es dem Tod gefällt — klung — — kling — klung —

König Skule sitzt und sinnt. Neben ihm der Page bietet umsonst den Pokal. Da hinter dem golddurchwirkten Vorhang schluchzt es. Ein Mädchen schlüpft heraus, das Gesicht in den Schleier gedrückt, und geht durch den Saal.

Um die Burg murmelt das Volk: Roselind?