Im Eckzimmer der ersten Etage war Licht. Rötliches, sanftes Licht, das durch das geöffnete Fenster wie feiner Dunst in die Straße hauchte.

Er erschrack, ohne zu wissen weshalb, als er es bemerkte.

Da wanderte die Flamme einer Kerze an den dunklen Fenstern der anstoßenden Zimmer vorbei und verschwand in dem Zimmer, das matt erleuchtet war.

Ginstermann stand, verborgen im Schatten einer Pappel, und wartete. Er wartete lange und in sonderbarer Erregung, als spiele sich in dem Zimmer da droben etwas ab, was entscheidend für sein Leben sei. Und doch war es nur der Besuch eines Kindes bei seiner Mutter, vor dem Schlafengehen.

Die großen, weißen Flocken fielen langsam auf ihn herab, ihn gleichsam durch ihr geheimnisvolles, sanftes Abwärtsgleiten in einen Zustand der Betäubung versetzend.

Das Licht erschien wieder und wanderte an den Gardinen vorüber. Aus seinem Auf und Ab erkannte er ihren Schritt. Er bildete sich ein, das Schließen einer Türe zu vernehmen.

Und nun erschrak er, daß er unwillkürlich tiefer in den Schatten zurücktrat.

Sie war ans Fenster gekommen. Und sie blickte genau auf den Baum, der ihn verbarg.

Etwas wie eine tödliche Angst packte ihn, sie könne ihn durch den dicken Baum hindurch bemerken.

Zum ersten Male sah er, wie schlank sie war!