Aber dieser andere, der dem Komponisten ähnlich sieht, dieser andere . . . .

Nun wollte er Bianka schreiben.

„Verehrte Freundin!“ begann er.

Er lächelte und wiederholte: Verehrte Freundin.

Er entschuldigte sich wegen seines Ausbleibens. Er sei ihr diese Handlungsweise schuldig, glaube er. Sie müsse wissen, wer er sei, dann könne sie ja entscheiden, ob sie ihn wiedersehen wolle oder nicht.

Das sah aus wie eine Beichte, ohne eine solche zu sein. Er schrieb so sachlich als möglich. Schrieb und schrieb, enthüllte ihr seine Vergangenheit, ohne ihr etwas zu verbergen, ohne etwas dazuzutun, ohne zu beschönigen, ohne zu verschlimmern.

Als sei er ein gewissenhafter Biograph, der die Liebes- und Leidensgeschichte eines Landfremden darzustellen habe.

Er bereute nichts, was war, das war. Ach, es war das Schicksal eines jungen Mannes von heute, von ehedem und morgen, was war es sonst. Freilich wäre es für ihn, der sich Aristokrat fühlte, nicht nötig gewesen, den Entwickelungsgang des Pöbels zu absolvieren.

O, er hätte ihr gerne gebeichtet. Ungefähr seinen Kopf in ihren Schoß gelegt und ihr erzählt, wie das kam und jenes kam, was er erduldete an Leib und Seele, wie er sich freute, sie kennen zu lernen, wie er sie liebte. All das. Aber das ging ja nicht.

Er wollte ihr Urteil durch nichts beeinflussen. Aus diesen dürren Tatsachen heraus sollte sie abwägen, ob er ihr Freund sein könne oder nicht.