Alle Kämpfe der letzten Monate tobten in ihm, alle zugleich, und diese dunkle Einsamkeit stand vor ihm, starr, unerbittlich, riesengroß, wie sein Schicksal selbst, zu dessen Füßen er lag.
Dumpf schlugen die Uhren. „Hörst du“, rief er, „nun treiben sie die Nägel in deinen Sarg. Das Schicksal hat seinen Pfeil auf dich abgedrückt, du magst dich krümmen und winden, wie du willst, er wird dich erreichen.“
Da draußen stöhnte die Nacht. Es waren die Todesschreie der Getroffenen, die auf der unendlichen, dunklen Wahlstatt sanken, die Leben heißt.
All die Kämpfe — und zuletzt doch verzweifeln! Und doch verzweifeln!
So war sein Leben: er ward und ging und geriet in ein Bordell. Er entkam und ging und geriet in das Herz eines jungen Mädchens. Immer geriet er, immer geriet er. Der Mensch geht nicht, er gerät! Das ist die letzte Wahrheit.
Und hier sollte er enden. Er, der noch vor kurzem über sein Leben gesehen hatte wie über weite, weite Ebenen!
Er sah seine gespenstisch flackernden Augen im Spiegel und nickte. „Jaja, du bist gezeichnet!“
Aber vielleicht, vielleicht würde sich die dunkle Wand doch teilen und ihm einen schmalen Pfad zeigen, auf dem er entweichen konnte?
Vielleicht, vielleicht würde er Bianka auch wiedersehen? Da sah er einen vor sich, der von Dorf zu Dorf zog, in den Schenken sang und lustige Verse deklamierte, um seine Schlafstätte zu verdienen. Er wanderte nach Süden, immerzu nach Süden.
Es gab wohl hundert Möglichkeiten, Hunderte und abermals Hunderte von Zufällen.