Bianka sah über den Park hinüber nach den Türmen der Stadt, deren Spitzen blinkten.

Die Sonne arbeitete sich durch die Wolken, und Milliarden Fünkchen fielen durch ihre Strahlen. Irgendwo begann ein Fink zu rufen. Auf dem Wege drüben gingen zwei Herren. Ein braungefleckter Hühnerhund sprang in großen Sätzen über die Wiese. Irgend jemand pfiff, aber der Hund kümmerte sich den Teufel um seinen Herrn.

Bianka wandte ihm den Blick zu.

Blässe bedeckte ihr Gesicht, ihr Haar sah ganz golden aus. Die schmalen, durchsichtigen Lippen waren halb geöffnet, die Pupillen ihrer Augen groß.

Da gewahrte er, daß sie litt, ja, daß dieses Leiden nicht von heute war. Diese Stunde ließ es ihn erkennen. Vielleicht hatte sie ebenso gerungen wie er.

Aber das hielt kein Mensch länger aus, er wandte das Gesicht ab und sah dem Hühnerhund auf der Wiese drunten zu.

Bianka legte ihm die Hand auf die Schulter. Diese leichte Hand drückte ihn fast zu Boden. Aber er war mutig und lächelte, obschon er ihr hätte zu Füßen stürzen und ihre Knie umklammern mögen.

„Wir müssen uns jetzt adieu — sagen,“ flüsterte sie. So leise. Es war nur ein Hauch.

„Ja“, sagte er, laut.

„Wir müssen jetzt voneinander gehen“, flüsterte sie, so leise wie vorhin. Ihre Augen wurden größer, ihr Lächeln erstarrte.