Ginstermann saß vergnügt in seinem niederen Sessel, er war zu müde, um aufzustehen. Es gefiel ihm auch gut. Zur Abwechslung konnte sogar ein Einsiedler mal seine Höhle verlassen.
Die eine der Damen betrachtete ihn durch ihre Lider hindurch mit schillernden Augen, während sie sang.
Man stieß wieder an. Aber Ginstermann war zu müde, nach einem Glase zu greifen.
Zur vollständigen Genesung braucht man immerhin vierzehn Tage, dachte er, je nachdem, je nachdem. Da fühlte er, wie jemand ihm mit der Hand über das Gesicht strich, und er schlief ein. Hinter der Wand hörte er noch Gelächter und Ritts näselndes „Bravo, bravo!“ —
Da stieß ein Vogel mit großen Fittichen gegen seine Stirne, und er öffnete die Augen.
Vor ihm saß eine Dame mit schillernden Augen und lächelte. In ihrer Hand hielt sie ein Kissen mit einer Geste, als wolle sie es nach ihm werfen.
Nun fiel es ihm erst ein, wo er war.
Das war Ritts pompöses Studio, dort stand sein neuestes Bild „Mädchenreigen“ und hier die rotglühende Lampe, und richtig, diese Dame hatte ihm beim Eintreten die Hand gedrückt. Die anderen aber waren nicht zu sehen.
Er war noch voller Schlaf und bewegte die Lippen, um zu sprechen.
„Sie holen Wein,“ sagte das Mädchen, das auf der Ottomane saß, und blies sonderbar lächelnd gegen die Glut ihrer Zigarette.