„Wer da?“ fragte eine jähe, ängstliche Stimme.
Er, Ginstermann, er bitte um Verzeihung, aber —
Fräulein von Sacken öffnete.
„Herr Ginstermann?“ sagte sie mit leiser, vom Weinen noch unsicherer Stimme und lächelte verwundert.
Ob das nicht zum Verrücktwerden sei: nun habe er seinen Schlüssel verloren und könne nicht in sein Zimmer. Er habe noch Licht gesehen und sich erlaubt, anzuklopfen. Vielleicht habe sie einen Schlüssel oder Haken oder sonst ein Instrument zum Öffnen. Wenn er sie aber im Arbeiten störe —
Ach nein — das sei allerdings unangenehm.
„Treten Sie ein bißchen ein, es findet sich vielleicht etwas.“
Er wäre so frei. Wenn er aber störe, so müsse sie es ruhig sagen.
Im Zimmer brannte eine Lampe ohne Sturz. Auf dem Tische lagen Briefe umhergestreut, von denen einige auseinander geschlagen waren.
Der Anblick der mit allerlei billigem Tand maskierten Ärmlichkeit dieses Mädchenzimmers schmerzte ihn um so mehr, als er noch Ritts vornehmes Atelier mit gedämpftem Lichte, Teppichen und den in Zigarettenrauch gebetteten zwei schönen Frauen in der Erinnerung trug.