Nach einer Weile stand Ginstermann auf. In verändertem Tone sagte er: „Nun sehen Sie, nun habe ich meinen Schlüssel gefunden. Ist das nicht kostbar! Im Futter meiner Westentasche hat er gesteckt.“

„Haben Sie ihn gefunden?“ fragte sie mechanisch.

„Ja,“ entgegnete er, „und nun gute Nacht, und nehmen Sie es mir, bitte, nicht übel, daß ich Ihnen mit meinem Lamento gekommen bin. Es ist menschlich, sich dazwischen Luft machen zu müssen. Morgen bin ich wieder jener, den Sie um seine göttliche Ruhe beneiden.“

Sie nahm seine Hand, sie legte die Linke noch darauf und preßte sie. Ihre Augen waren feucht, ihre Brust wogte. Mit einem Blick, den er sein Leben nicht vergessen würde, sagte sie:

„Es muß doch einen Gott geben!“

„Wieso?“ fragte Ginstermann verdutzt.

VII.

Das waren schlimme Tage.

Und mehr noch schlimme Nächte.

Des Tags wurde Ginstermann von einer unsinnigen Sehnsucht, Fräulein Schuhmacher zu treffen, in den Straßen herumgetrieben, des Nachts marterte er sein Gehirn mit Plänen, wie dies herbeizuführen sei.