„Nein, nein, aber keineswegs. So hübsche Kinder belästigen mich nie.“

Die junge Mutter nahm neben ihm Platz, sich nochmals entschuldigend. Ihr Wesen hatte etwas Gedrücktes, Hoffnungsloses an sich, als sei sie mühsam der Verzweiflung entronnen. Ihr schwarzes Kleid war abgetragen und spielte an den Armen und der Brust ins Grünliche. Mit krankhafter Schamhaftigkeit versuchte sie die Schuhe unter dem Rocksaum zu verbergen, da sie rissig waren.

Ginstermann nahm das Kind auf die Knie und schaukelte es, dabei trällernd:

Die Schweden sind kommen — habn’s Pulver mitg’nommen . . .

Die Kleine lachte und klatschte vor Vergnügen mit den Patschhändchen.

„Sie wird ihnen lästig fallen,“ hub die Mutter wieder an, ihm mit einem Blicke ihrer traurigen, verschleierten Augen dankend.

„Sie sehen ja, daß das Vergnügen ganz auf meiner Seite ist. Was verlangen Sie für das Kind? Ich kaufe es Ihnen ab. Drei, fünf Millionen?“

Aber das Weib lächelte nicht. Sie blickte den Weg hinunter zu einem kleinen Manne in komisch kurzem Gehrocke, der heftig hustete.

„Es läuft auf jeden Herrn zu, denn es hat keinen Vater.“

Sie sagte das mit einer Stimme, die ihren ganzen Schmerz ausdrückte.