Ihre Stimme klang klarer und voller als neulich, da sie krank gewesen. Mit einem kurzen verstohlenen Blick überflog sie sein verändertes Äußere.
Er schämte sich nun, es kam ihm vor, als beleidige er sie durch diese spießbürgerliche Rücksichtnahme, und er verwünschte Anzug und Hut.
„Ja, da bin ich“, sagte er, indem er ihr die Hand gab. Es fiel ihm sonst nichts ein, all die hundert Anreden, die er sich zurecht gelegt hatte, waren in seinem Kopfe verschwunden wie durch ein Loch.
Sie habe schon gedacht, er sei irgendwie verhindert.
Dies sagte sie leichthin, in verletzend gleichgültigem Tone, der Ginstermann augenblicklich die Fassung zurückgab.
„Ich würde nicht verfehlt haben, Sie das wissen zu lassen,“ entgegnete er.
Sie gingen den Hügel hinab und blieben an der Wegkreuzung stehen, unwillkürlich.
„O, das ist ja gleich“, sagte Fräulein Schuhmacher und schlug den Fahrweg ein.
Sie begannen zu plaudern. Anfangs tasteten sie unsicher nach einem Gesprächsthema, das Interesse für jeden besaß und jedem gestattete, etwas dazu zu geben, und huschten sie über die Oberfläche einer Menge von Fragen hinweg, bis sie schließlich in glattes Geleise kamen.
Ginstermann war nicht vollständig bei der Sache. Ein Chaos von Gefühlen wirbelte in ihm. Ist es nicht herrlich, neben ihr zu gehen, dachte er.