Ein Mann macht eine Reise um die Erde und spricht nach seiner Rückkehr zum erstenmal wieder mit seiner Geliebten. So kam es ihm vor.

Nachlässig schlenderte er neben ihr her, den Hut in den Nacken gerückt, die Hände in den Hosentaschen, wie er es bei guter Laune zu tun pflegte. Er war nicht bedrückt durch ihre Nähe, wie früher, er fühlte sich befreit, ohne die peinigende Unruhe, unter der er zu leiden hatte, wenn er fern von ihr war. Er schlürfte sein Glück mit dem lachenden Leichtsinn eines, der nicht daran denkt, daß der Becher einen Boden hat.

Es war ihm auch gar nicht darum zu tun, die Seele dieses Mädchens auszuhorchen. Wozu sollte sein Verstand das ergründen, was sein Herz längst wußte. Er war ihr Freund, mochte sie seine Gefühle erwidern oder nicht, und er war selig in dem Gedanken, einen Menschen zu wissen, dem er sich ohne die Scham des Schenkenden geben konnte, wie er war.

Sein Inneres glich jenem Fleckchen Land, durch das sie schritten, erschauernd unter der gütigen Sonne, Leben und Blüten quellend.

Kommst du nach Hause, Wanderer, so sage, du habest einen gesehen, den das Leben mitten auf den Mund küßte, dachte er, als jemand an ihnen vorüberging.

Emanzipation? Welches seine Meinung über die Emanzipation des Weibes sei?

Er nahm dieser Frage gegenüber seine feste Stellung ein. Diese Stellung suchte er ihr zu charakterisieren. Er vertrat die Frauenbewegung in ihrer radikalsten Form, wenngleich er da und dort seine Bedenken hegte. Die soziale Stellung des Weibes hielt er für einen Punkt sekundärer Bedeutung, mehr war es ihm um die Erweiterung des Erkenntnisvermögens der Frau zu tun. Die Frau müsse es vor allem lernen, ihre Kinder zu erziehen. Sie müsse begreifen lernen, daß das seelische Wohl des Kindes vor sein leibliches Wohl gehe.

„Die Tatsache ist betrübend“, sagte er, „daß der seelische Zusammenhang des erwachsenen Kindes und seiner Mutter ein lediglich auf natürlichen Gesetzen basierter ist; ein gezwungener also, kein aus einem freien Bedürfnis heraus entstandener.“

Dann sprach er von dem Verhältnis des Weibes zum Manne, das kein von der Natur vorgeschriebenes, in seelischem Sinne natürlich, sondern von der Kultur erwünschtes sei.

Das waren für ihn alte Dinge, über die er Bücher geschrieben hatte, und er dachte vieles andere, während er sprach.