Es war auch das erste Mal, es war auch das erste Mal!
Schamhaftigkeit durchschauerte ihn, während er sie sachte in das Innerste seiner Seele führte und ihr all die Dinge zeigte, die noch keines Menschen Auge erblickt. Da gewahrte er wie reich er war, und Stolz erfüllte ihn.
Anfangs hing er allen Ideen einen Schleier über, der sie verallgemeinerte, dann ließ er, seine letzte Scham überwindend, die Schleier sinken und ließ ihr sein Innerstes nackt sehen, so bitter, so süß, so albern und verrückt es ihr auch erscheinen mochte.
Heiße Blutwellen durchliefen seinen Körper, er zitterte vor Erregung. Sein Antlitz, das er sonst beherrschte oder verstellte, lebte auf, Zug um Zug löste sich und diente zum Ausdruck. Es war, als sei er aus langjährigem Schlafe erwacht.
Er sprach mit leiser, eindringlicher Stimme, durch die Tränen fielen. Seine Seele pulsierte in feinen Worten.
Zum erstenmal vernahm er seine eigene, wirkliche Stimme!
Er nahm dazwischen den Hut ab, strich sich durch die Haare, er blieb stehen und zündete sich mechanisch eine Zigarette an. Oft hielt er den Schritt an und sah dem Mädchen in die Augen, immerzu sprechend. Seine Augen fieberten, er lachte und von all dem wußte er nichts.
Sie gingen denselben Weg immer hin und her. Wohl ein dutzendmal. Wie auf Kommando drehten sie am Ende immer um.
Fluten stiegen in ihm, quollen in ihm, brausten heraus. Er hatte tausend Hoffnungen, tausend Pläne.
„Ich will nicht auf den Trümmern kauern und schluchzen, wie die anderen alle, ich will aufbauen, neu aufbauen! Hier ist euer Weg, hier ist euer Ziel! Wacht auf, wacht auf, um der Menschheit willen! Fort mit Schlaf, fort mit Lüge!“