„Nicht — einen — Cent, ehe die Leiche gefunden und einwandfrei agnosziert ist, sonst gilt er für das Gericht lediglich als verschollen, und die Todeserklärung, nebst Freigabe des Vermögens, erfolgt erst nach drei Jahren. Im Frühling aber, bei plötzlicher Schmelze und Hochwasser, können die Reste leicht fortgeschwemmt werden ... es ist riskant.“

Archie, Fäuste in den Hosentaschen, warf sich hintüber und biß in den Plafond vor Lust.

Am Abend hatten Waanebeekers ihre frühere Beliebtheit in vollem Umfang wieder erlangt.

Um sieben, vor der Abreise des Fürsprechs, war es noch etwas peinlich geworden. Die Wittib Piatti kam in jener unerträglichen Haltung europäischer Mittel- und Unterschichten bei Schicksalsschlägen. Nicht aus Mangel an Herz — aus mangelndem Instinkt für natürliche Gesittung fallen sie in jene greinende Kinogeste, die das echte Leid überlügt und zwecklos entwürdigt. — Flucht oder Brutalität — ein drittes ist da schwer.

Es ergab sich, daß die Wittib Piatti vor Schmerz zuvörderst nicht sitzen konnte; sie schleifte ein wildfremdes Kind rastlos im Zimmer herum und schüttelte es drohend gegen die Damen Waanebeeker, ließ hilflose Posen mit erpresserischen abwechseln. Endlich kam es heraus: den Führerlohn für die Tour wollte sie ausbezahlt haben.

„Den Ganzen?“

„Natürlich.“

Nun war Mrs. Waanebeeker oben auf:

Die Katastrophe hätte sich doch beim Aufstieg ereignet, die Spuren zeigten es unwiderleglich ... also höchstens halbe Taxe, aber höchstens. Hier gab ihr der Anwalt voll und ganz recht.

Die Witwe Piatti schäumte durch die Gänge, brach just vor der Bar zusammen und mußte gelabt werden. Sie lag in einer Lache ihr widerfahrenen Unrechts, und es wurde immer größer. Auf dem Heimweg frischte sie auf; Mr. Waanebeeker hatte im Dorf schon die halbe Taxe als Angabe vorausbezahlt — davon aber konnten die im Hotel oben nichts wissen.