„Vorfahren, was Vorfahren! Der einzig vernünftige Fundort der Spezies Mensch ist doch die Drehlade. In einem Findelhaus aufwachsen!“ Dann schadenfroh geduckt sein Unvermitteltes:

„Man muß vom Weibe loskommen.“

Horus gedachte Lizzi Beermanns, der Raeburn girls, Margots; ihrer weihelos beschnupperten und doch versperrten Körper, jahrelang saumseligen Reflektanten von trägen Müttern hingeködert:

„Eltern haben ist ja höchstwahrscheinlich ein Unglück,“ bemerkte er, „keine haben aber ganz bestimmt eins. Auch soll ja das Heim eine Art Placenta für das geborene Kind bedeuten.“

Sagte es eigentlich vorbei an dem hohen Vierziger da, dem Kinderlosen; dieser Frage Brennen wohl zwiefach Fernen. Hatte er überhaupt Anverwandte? Wer stand ihm nahe? Wer war ihm Freund? Fachfeinde überall. Blieb das Weibstück mit dem Kettenarmband sein einzig menschlicher Verkehr? Vor Gargis Erscheinung wurde er linkisch, voll gereizten Unbehagens. Wußte mit ihr so wenig anzufangen wie ein Mandrill mit einer Kamee. Da frug Krause eines Tages aus kondolenzbeflissenen Mundwinkeln:

„Wie geht es Ihrem Vater?“

Samossy machte eine frivol hoffnungslose Geste:

„Von Tag zu Tag besser.“

Krause, mit verkniffenem Zwicker, bekundete Freude. Man habe Fälle gesehen, wo Wassersucht jahrelang fast stationär geblieben ... Das Geschäftsjubiläum würde also doch in der elterlichen Villa gefeiert. Und Horus erfuhr, daß dieser Vater Gründer einer seit fünfzig Jahren bestehenden Kattunfabrik und offenbar sehr wohlhabend war. Er gedachte jenes Armschwunges zwischen Abort- und Küchengeruch: „wohlbestallter Professor? Das ist der Stall, den ich mir leisten kann.“

Nun kam polternd und verlegen auch an ihn die Einladung zu dieser Feier im Vaterhaus.