„Zeit, Zeit, das Kostbarste, wieviel meines Lebens wirst du noch vergeuden?“ hatte er gesagt. „Hätte ich dich doch mit fünfzehn Jahren gekannt, mit dir wäre ich sofort sogar eine katholische Ehe eingegangen, hätte ja gewußt, daß mir nie jemand besser gefallen könne, und besäße dich jetzt schon zum zweiten Mal in einem neuen großen, kleinen Mädchen.“
„Willst du denn ein Baby von mir?“
„Eins ist doch gar kein Ausdruck. Sechs will ich von dir haben — vorläufig.“
„Wie lang dauert eine Scheidung?“ frug sie den alten Familienanwalt.
„Ein Jahr. — Ist gar kein Hindernis (aber das gibt’s ja nicht) und schiebt man gewaltig an, ein halbes — vielleicht.“
Sie erschrak. Wußte, sehr weltfremd, in diesen Dingen nicht Bescheid.
„Welche Gründe übrigens? Falls Sie nicht auf Ehebruch besonderen Wert legen, der allerdings das Sicherste und Schmutzigste — auch Billigste ist, bleibt nur ‚unüberwindliche‘ Abneigung. Die muß aber bewiesen werden. Ich hoffe, Ihr Mann hat Sie vor möglichst vielen, einwandfreien Zeugen wiederholt angespuckt, blaugeprügelt — ärztliches Attest erwünscht — und mit den unflätigsten Ausdrücken belegt, ‚Hure‘ ist gut. Auch alle Komposita mit Sau ... Also bringen Sie mir das Material.“
„Niemals, wir sind doch zivilisierte Menschen.“
„Das Gesetz hat nichts mit dem zivilisierten Menschen zu tun.“
„Wenn aber zwei mündige Leute auseinander gehen wollen ohne Aufsehen, brauchen sie da nicht bloß ihren gemeinsamen Entschluß irgendeiner Behörde zu melden, und die Sache ist erledigt? Das Gericht hätte doch nur gefragt zu intervenieren, wenn es sich eben um Schlichtung von Streitigkeiten handelt, kurzum zu helfen, sollte man meinen.“