Ein nasses Tuch auf dem Herzen, kroch sie zur Klingel. Sofort das Motorboot. Warf alles in die Koffer, floh zwanzig Minuten später mit Charmion über den See, ohne eine Adresse zurückzulassen, dann mit einem Zug in die Schweiz hinauf, und weiter bis an den Kanal. Mochte da hinten im Hotel geschehen, was wollte.
Seit diesem Tag spürte sie ihr Herz.
Der lädierte Köter fiel ihr ein, der seine tückisch-streichelnde Hand geleckt, nicht wissend, wann er wieder „dran käme“.
Dann lanzenhart im Schwung des Hasses:
Der alte Lederer hockte, wie immer, im Bureau, setzte seinen zweiten Zwicker auf, um besser reden zu können.
Ralph Herson war auf einen Tag nur erschienen, hatte erklärt: er, als gütige und vornehme Natur, sei tief erschrocken über solche Gewissenlosigkeit einer Mutter, ihren Säugling in unverantwortlicher Weise an fremdem Ort einfach im Stich zu lassen. Das stoße natürlich alle Vereinbarungen um. Gehe er, aus Ritterlichkeit, vielleicht doch noch auf eine Scheinehe mit Scheidung ein, verlange er als Sicherstellung, als Kaution gleichsam, zweimalhunderttausend Franken. Danach aber werde Frau Sibyl, die sich leichtsinnigerweise bei ihrer Trennung von Gabriel Gruner einer allzu großen Summe entäußert, wohl kaum mehr in der Lage sein, ein Heim zu erwerben und einzurichten. Unsicheren Verhältnissen könne er aber, als gewissenhafter Vater, ein Kind, das er so lange ersehnt, nicht preisgeben. Daher müsse es ganz und gar ihm verbleiben.
Warum er denn annehme, eine Frau werde plötzlich ihre Stellung materiell ausbeuten, die sich doch bisher stets selbstlos gegen ihn gezeigt, ja, bedeutende Geldopfer auf sich genommen?
O gerade deshalb, das gebe ihr dann eben einen Schein von Recht und überdies: Frau Sibyl pflege, wie er sich persönlich oft zu überzeugen Gelegenheit gehabt, enorme Summen unbedenklich für erlesen kostbare Gewänder auszugeben. „Die Kosten der Verschwendungssucht solch verwöhnter Dame zu riskieren, scheue er sich und baue deshalb vor durch die Kaution.“
Dr. Lederer sah zu seiner Klientin auf, sie lachte so irr: