Ebenso verteidigte sie auch oft getreue
und standhafte Männer. Sehet, welch ein Werk der Frömmigkeit!
Über die Lebensereignisse und die Geistesart der heldenmütigen Frau ist manches aus den Archiven bekannt geworden, manches wird noch darin schlummern. Als Landesherrin bestand sie herzhaft auf ihren Rechten gegenüber Gebietsnachbarn, die gar nicht immer ritterlich gegen sie handelten. Dann fand sie aber bei den sächsischen Herzögen, voran bei Johann Friedrich dem Großmütigen, gute Obervormundschaft. Freimütig wie in Alltagsfragen verhielt sie sich in ihrem Bekenntnis zur Reformation, was gar nicht immer leicht war, zumal geistliche und weltliche Rücksichten zu ihrer Zeit noch vielfach ungeklärt einander durchkreuzten.
Die Schwarzburgischen Besitzungen verursachten leicht Verdrießlichkeiten, da Nutzungsrechte der Verwandten an Bergwerk, Weinwachs, Jagd und Fischfang auf gemeinsamen Gebieten nebeneinander liefen. Sie verteidigte dann diplomatisch klug die Ansprüche ihrer Kinder, nicht ohne zartes Gefühl für Billigkeit.
Die Verwaltung ihrer Ämter Blankenburg und Rudolstadt nahm sie in die Hand wie die Herrin eines großen Gutes, und sie griff zu, lenkte selbst und sah persönlich nach dem Rechten.
Verlobungs- und Ehefragen ihrer Töchter erforderten feinen Takt, und sie bewies ihn in mütterlicher Liebe wie in vorbildlichem Verhalten ihren Schwiegersöhnen gegenüber, deren feinsinnigster, Graf Wolrad von Waldeck, ihr in seinem Tagebuch ein rührendes Denkmal setzte.
Wissenschaft und Kunst haben schon Verlangen gehabt, etwas von der äußeren Erscheinung der Gräfin zu erfahren. Ein Bild von ihr ist nicht aufzufinden, und sollte es noch vorhanden sein, nicht mehr nachzuweisen.
So bleiben als Äußerungen ihres Geistes ihre Briefe übrig. Katharina führte eine gewandte Feder, versäumte keine höfische Form, ließ aber darunter ihr Gemüt nicht ersticken, und ihre hennebergische Mundart klingt heimelig hindurch, auch der Goldglanz des Humors schimmert zwischen den Zeilen.
Bilder von der Szene Fürstenblut für Ochsenblut! sind entstanden in der Zeit, da man historisch-theatralisch malte, aber unser nüchternes Urteil sucht Wahrheit. Auch die Dichtung hat sich mit dem Vorgang beschäftigt und tut das heute noch, aber fern von Wahrscheinlichkeit.
Freunde der Graphologie mögen die Schriftzüge deuten, auch wenn sie hier nur stark verkleinert zu bringen sind. Sie bilden den Schluß eines Briefes an ihren Bruder.