Ich hier: "Ich will Tat-Angriff gegen dich."
Ich dort: "Ich will Tat-Abwehr gegen dich".
Ich, durch seelisches ver-Ständnis sehend geworden, erkennt im
nicht-Ich sich selbst,—das trennende 'hier und dort' ist
fortgefallen—ver-ein-igt, ein-mütig, Ein Ich, ein-ig, eines
Willens:
"Keine Tat gegen mich selbst."
Sich selbst im Anderen erkennend vermagst du nicht böse zu wollen.
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Wie ein Ich auf zwei Standorten im Raum in zwei Ich gegen einander entzweit ist, so sind zwei Ich in der Zeit auf Einem Standort zu einander vereint: Eines. Aller Zwiespalt durch Ich-da-Sein, durch Ich-bin-heit, asmita,— durch Selbstsucht; alle Eintracht durch ver-Ständnis, durch Erkenntnis —durch Selbstlosigkeit—das Geheimnis alles Geschehens, alles Werdens und Vergehens alles Lebens, alles Streites, alles Friedens, aller Sittlichkeit auf Erden—der Weg aus dem Ich zum nicht-Ich, der Weg zu Erlösung, der heilige Weg.
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Durch Ur-sprung in Ich und Ich: ist Ent-zwei-ung, Verlangen hier und Widerstand dort, Ein-tracht durch Erkenntnis. Geschlossen hat sich der Zwiespalt, ausgefüllt die Kluft, verraucht das Verlangen; der Streit ist begraben, aufgegeben Tat, Frieden gewonnen; erreicht aller Sittlichkeit höchst gepriesenes Gut, erstanden das Wunder: Selbstlosigkeit—Nirvana in Samsara.
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Durch ur-Sprung ur-Teil, sich abscheidend, unter-scheidet: Ich und Welt; unterscheidet da seiend: Zeit und Raum; unterscheidet verlangend: Wille und Kraft; unterscheidet wirkend: Tat und Duldung, Freiheit und Notwendigkeit, Lust und Leid; unterscheidet urteilend: gut und böse, Recht und Schuld, schön und häßlich; also in allen Dingen dieser Welt ur-Teil-gegen-Teil atmend wirkt s-Ich die Wirklichkeit, wirkt s-Ich das Verständnis dieser Welt. Alle unter-Scheidung durch ab-Scheidung im ur-Sprung; durch ur-Teil-ent-Scheidung alle ver-Schied-enheit; alles er-Schein-ende durch ur-Teils Urteil. Auf bloßen Worten beruhend die Vielheit, nur Namen—Eines ist es in Wahrheit. Sehend geworden erkennst du: Es ist der Welt, die dich lebt, Atmen. — atma —
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