Sie tändelte mit dem Fächer – in diesem Tone ging es nicht weiter, so ernsthaft durfte er nicht werden; mochte ihm zumute sein, wie ihm wollte, man mußte die heiteren Mäntelchen behalten. Sie lachte also und antwortete schalkhaft: »Und müssen nun ehrenhalber die herzhaftesten Fluchtgedanken heldenmütig im Blute der Höflichkeit ersticken. Aber ich bin nicht unmenschlich und gebe Sie frei. Sehen Sie mal diese etwas zu dick geratene Friederike von Sesenheim aus der Guhrauer Gegend, die mit den verwelkten Kornblumen am Herzen, sie sitzt, scheint es, den ganzen Abend! Reizt Sie diese –«

»Quälen Sie mich doch nicht. Wenn Sie scherzen und spotten können, ich kann es nicht.«

Sie suchte nach einem andern Thema.

»Haben Sie außer Liedern noch etwas komponiert? Wie steht es mit der Oper, die Sie damals schreiben wollten?«

»Sie erinnern sich dieses Planes?«

»O, sehr gut, besonders eines Motives. Warten Sie mal, ich muß es noch wissen.« Und sie summte, mit dem Kopfe den Rhythmus angebend, die Melodie.

»Ich bin entzückt, daß Sie das behalten haben.«

»Es hat mir gut gefallen, und so hab' ich es manchmal auf dem Klavier gespielt und ein bißchen Baß dazu gesucht.«

»Wirklich?«

»Wirklich! In der Einsamkeit der Dämmer- und Abendstunden, in diesen Stimmungen der Sehnsucht und – nun ja, phantasiere ich gern auf dem Flügel, so gut oder so schlecht ich's kann.«