Doch die kindlichen Deklamationen wollten nicht verfangen. – – –

Als eine halbe Stunde später der Doktor nach Hause kam, wurde er von dem Dienstmädchen mit der Neuigkeit empfangen, daß Diebe den Sekretär erbrochen hätten, und sie schon einen Polizisten geholt habe, der drin alles genau aufschreibe. Ein kalter Schweiß trat ihm auf das Gesicht, er legte Hut und Stock hin und ging hinein.

»Ewald!« schrie sie ihm entgegen und fiel ihm schluchzend um den Hals. »Es ist alles fort, man hat die Thüren aufgebrochen – alles!«

»Beruhige Dich, es wird wiederkommen,« sagte er schweratmend, totenblaß, aber ganz ruhig.

Sie ließ ihn los und trat zurück. Er sah mehr tief verstimmt als erschreckt aus. Mit einem Male ging er auf den Beamten zu und flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf dieser lächelte, sein Notizbuch einsteckte, seinen Helm ergriff und ging.

»Warum wartetest Du nicht, bis ich kam? Warum gleich zur Polizei? – Mein Gott – Du – Du sollst ja alles wieder haben –«

»Also Du?«

»Ja – ich. Ich war in einer so verzweifelten Lage! – Wanda!!«

Und er streckte bittend die Arme nach ihr aus und wartete, wartete auf ein gutes Wort, auf ein Aufschluchzen, auf einen Schrei, auf Vorwürfe, Klagen und endliches Verzeihen. Und – wartete vergebens.

Sie sagte nichts. Diese leidenschaftlich heftige, sich übersprudelnde Frau sagte nichts. Nur ihre Augen und das Zucken ihrer Lippen redeten eine furchtbare stumme Sprache. – Und dann sagte sie doch etwas, ein einziges Wort nur, aber ein sehr böses.