»Um alle Barmherzigkeit, foltern Sie mich nicht so! Ich habe ein Recht zu wissen, was Sie wissen.«

»O ja,« sagte die Frau bitter, »Rechte haben Sie immer, ob Sie auch Pflichten haben, größere Pflichten, als Ihre Frau dürftig satt zu machen, darnach fragen Sie nicht. Also denn: sie hat ein Liebesverhältnis mit dem Musiker Kreowski.«

»Nein!« schrie er.

»Ja.«

»Seit wann?«

Madame Gernoth tupfte ein paarmal leicht auf den verhängnisvollen Sekretär und sagte: »Seit Sie – das Geld hier herausgenommen haben.«

Einen Moment lang war eine Totenstille zwischen ihnen. »Es ist dennoch nicht wahr,« sagte er endlich gequält.

»Ich traf sie jüngst zusammen, unweit des Kaiserthores am Eisberge. Ich glaube, sie treffen sich öfter dort. Gehen Sie sie suchen.«

»Ich gehe,« sagte er heiser.

»Vergessen Sie indes nicht, welcher Teil der Schuld an Ihnen liegt. Ich möchte mein Kind nicht einem uneinsichtigen Richter verraten haben, sondern einem, der fühlt, daß er –«