»Mitschuldiger ist. Ich begreife.«

Sie leuchtete ihm, Hut und Mantel zu finden. Beide zitterten. Es war kalt und eine große Qual in beider Seelen. Dann ging er.

Die Luft war rauh, bunt glitzerte der hartgefrorene Schnee und knirschte unter seinen Tritten.

»Es ist ja nicht möglich, nicht möglich!« dachte er immerfort. Er sah sie ganz deutlich vor sich, ganz nahe, mit diesem geistreichen Nixenlächeln, mit diesen leuchtenden Augen, mit dieser schmalen, leicht geschwungenen Nase, dem edlen Oval, dem Rhythmus aller Linien und Bewegungen: das »Wunder eines Weibes,« das er sich langsam gewöhnt hatte, zur Haushälterin und zum Objekt seiner gewohnheitsmäßigen, pflichtmäßigen, handwerksmäßigen Zärtlichkeiten herabzudrücken, denen alles Impulsive, alles Innerliche, alles Tiefe und Verehrungsvolle abhanden gekommen war. Und mit dieser Art Zärtlichkeit hatte er sie von sich gedrängt, der Zärtlichkeit eines andern entgegen – – bis – wohin?

Bis – bis –? Er mochte es nicht ausdenken?

Bis zur Vernichtung ihrer und seiner Ehre ....

Nein, nein – das war unmöglich! so weit verlor sie sich nicht, so weit hatte er sie nicht verloren!

»Gott, mein Gott!« schrie es in ihm, während heiße Glutwellen ihm zum Herzen schossen. »Gott im Himmel – das nicht!«

Da war der Eisberg – da das Kaiserthor! Er blieb einen Augenblick stehen; wohin sich wenden?

Da sah er eine weibliche Gestalt die Burgstraße herunter fliehen. »Wanda!«