Sie stand auf, stützte die Hände auf die Tischkante und starrte gequält in eine Ferne, die nicht da war.

»Was ist Dir, Kind? sprich doch! Sage mir, was ich thun soll, daß alles wieder gut würde! Habe doch noch einmal Vertrauen zu mir!«

Sie lächelte trübe.

»Habe mich doch noch ein einziges Mal lieb!« Die Stimme brach ihm fast vor Schmerz, und Thränen traten ihm in die Augen. »Wanda!«

Da sprach sie.

»Dies wäre die Stunde, könnte sie sein, die uns alles wiedergäbe, alles verlorene Vertrauen, alles verlorene Glück, jene goldnen Tage, jene junge Seligkeit –«

»Und warum kann sie es nicht? Laß' sie uns das doch wiedergeben. Liebste! Warum sollte uns das alles nicht wieder werden?«

»Weil – ach Gott! – weil – das wieder ist ... Alle diese Qualen, diese Not und dieses Elend. Und ich will nicht, will nicht! Lieben? man liebt doch nicht seinen Peiniger und Verderber!«

»Deinen Peiniger –«

»Neben Kreowski konnte ich es wenigstens vergessen. Aber hier, hier, wo die Angst vor dem Ende in jedem Winkel lauert! Und wenn ich nur wenigstens diesmal stürbe, daß ich es nicht ein fünftes Mal erleben müßte! wenn ich lieber vorher stürbe!«