Ist denn kein schwedischer Mann da von Ansehen, der uns das Wort redete? Der sich einsetzte für ein gutes Verhältnis? Haben wir immer noch kein Verständnis gefunden bei den leitenden Mächten! Ich glaubte, das sei jetzt vorbei.
Aber Irene, die kleine Irene, sie jagt alle diese Kümmernisse in den Wind. Sie nimmt sie alle in Anspruch im Verein mit Dir.
Dein Freund Vater.
Roma, via Gregoriana 38,
25. November 1904.
Liebe Bergliot, ich denke so viel an Euch. Sigurd seinerseits und Du Deinerseits, müht Euch so schrecklich ab. Und die Kinder halten Euch so in Atem.
Ich bitte um etwas fleißigere Nachrichten. Es bedarf nicht vieler Worte; aber ein bißchen öfter, so lange diese Spannung andauert. Auch die politische.
Über Boström sagte ich zu Blehr, er sei wie Frau Wolf. Er weint vor Rührung, und im nächsten Augenblick ist es vergessen. Er ist zwei verschiedene Menschen in einer und derselben Stunde. Der Charakter und Staatsmann ist Lagerheim. Jetzt, da er geht, wird dies gewiß allgemeiner verstanden. Das merke ich an Tor Hedberg, der hier ist.
Um eins möchte ich Dich bitten, und zwar recht herzlich. Ich habe Sigurd Ibsen nicht dazu bringen können, Adolf Hedin zu besuchen. Ich finde das politisch unrichtig, ich finde es anstößig. Keiner ist für Norwegen so eingetreten wie er, und zwar seit seiner frühsten Jugend. Ich bin sicher, Sigurd würde nach einer halbstündigen Unterredung mit ihm sagen: das ist der begabteste und interessanteste Mensch in Schweden.
Aber Adolf Hedin hat unter seinen menschlichen Eigenschaften auch die, daß er mein ältester und bester Freund in Schweden ist. Deshalb sollst Du zu ihm gehen, Bergliot. Du hast Deinen eignen Kopf und Dein eignes Herz, und beide sind ein bißchen verwandt mit meinen. Geh Du zu ihm und plaudre eine halbe Stunde mit ihm. Nimm etwas Obst mit oder ein paar Blumen und grüße ihn von mir, wenn Du ein liebes Mädel sein willst.
Ich habe viel Ärger und großen Zeitverlust gehabt durch die Finnländer: sie haben L’Européen zu einer Tageszeitung umschaffen wollen!!! Da der Redakteur keine Bestimmung in den Statuten durchsetzen konnte, die diese Art Überraschungen verhinderte, stiftete er einen neuen L’Européen. Mir will sein Vorgehen nicht gefallen; aber zwei L’Européen sind schlimmer als gar keiner, deshalb hätten die Finnländer einen Ausgleich suchen müssen. Nein, die wollen Kampf und Sieg —! Und verlieren dabei so ungeheuer viel. Ich kann sie nicht soweit bringen, das einzusehen. Sie stehen von vornherein nicht gut in der öffentlichen Meinung; nunmehr wird das noch schlimmer. Je eher dieser Zwist aus der Welt kommt, desto besser. Ja, ja, nichts als Spektakel und Rechthaberei! Grüße Tankred und Irene.