Was dein Mund einst sprach,
Laut klingt's in mir nach.
Wie ein Vöglein auf dem Aste
Singt und was verbricht,
So mein Lied verspricht
Glück in warmem Sonnenglaste.
Litli—litli—lu!
Kannst mich hören du,
Deinen Liebsten hinterm Hügel?
Menschenwort verhallt,—
Dunkel wird's im Wald;
Doch vielleicht gibst du mir Flügel.
Bussi—bissi—buß!
Klang im Lied ein Kuß?
Nein, davon ist nicht die Rede.
Wie, du hast's gehört?
Bist du so betört,
Dann geraten wir in Fehde.
Gute, gute Nacht!
Träumen werd' ich sacht
Von zwei milder Augen Strahlen,
Von den Worten traut,
Die sich ohne Laut
Töricht aus der Seele stahlen.
Kind, nun schließ ich ab;
War es dir zu knapp?
Kehrt mein Lied im Echo wieder
Lockend zu mir her?
Wolltest du noch mehr?—
Laue Nacht sinkt still hernieder.
Zwölftes Kapitel
Ein paar Jahre sind seit dem letzten Auftritt dahingegangen.
Es ist spät im Herbste; der Schulmeister ist nach Nordistuen hinaufgewandert, macht die Haustür auf, findet keinen, macht die nächste Tür auf, findet wieder keinen und geht so immer weiter bis in die hinterste Kammer des langen Gebäudes. Da sitzt Ole Nordistuen ganz allein vorm Bett und schaut auf seine Hände.
Der Schulmeister begrüßt ihn, zieht sich einen Holzstuhl heran und setzt sich Ole gegenüber. "Du hast nach mir geschickt", sagt er. "Das habe ich."
Der Schulmeister nimmt sich einen neuen Priem, sieht sich in der Kammer um, holt sich ein Buch, das auf der Bank liegt, und blättert darin. "Was wolltest Du denn von mir?"—"Das überlege ich mir gerade."