Du kannst kein größer Werk beginnen,
Kein heiliger Gebot ersinnen:
Dies Werk schließt deine Zukunft ein
Und macht dich aller Sünden rein!

Du Volk von Schwärmern und Propheten,
Du Volk von Träumern und Poeten!
Der Unkraft lähmend Joch zerbrich!
Des Nordens Fahne harrt auf dich!

STELLDICHEIN

Still ist der Abend;
Selbst sich begrabend,
Rollen die Stunden und scheidet das Licht.
Nur die Gedanken
Lauschen und schwanken:
Ob sie heut kommt oder nicht?

Frostiges Dämmern;
Wolken gleich Lämmern
Ziehen vorüber; der Sterne Heer
Zaubert im Glänzen
Liebe und Lenzen;
Kennt sie den Weg denn nicht mehr?

Sehnsuchtsleise
Unter dem Eise
Seufzt das Meer in wegmüder Ruh.
Schiffe vor Anker—
Ach, und ein Kranker
Fragt: wo verweilest du?

Schneeflocken stieben,
Bergwärts getrieben,
Märchenhaft wirbelnd zum dunkelen Hain;
Nachtvögel schwirren,
Schlagschatten irren;
War das ihr Schritt?—Ach nein!

Bist du so feige?
Sehnende Zweige
Starren von Reif; du wurdest verhext.
Doch ich bin stärker,
Sprenge den Kerker,
Wo du dich träumend versteckst.

LIED DES STUDENTENGESANGVEREINS

Auf, Brüder, stimmt an ein Lied!
Im Lichtgeleit dahin es zieht,
Hell flammt es in Liebessonne,
Voran eilt des Sieges Wonne,
Und ringsum träufelt Blütensaat
Auf junger Willenskräfte Pfad!