Ein Engel besuchte mich jeden Tag.

Zwar unsichtbar blieb mir sein Schwingenpaar,

Von ferne nur wehte sein duftiges Haar.

Doch seiner Stimme holdseligen Klang,

Den hörte ich deutlich, wie Sphärengesang.

Nun ist mir geöffnet des Kerkers Thor,

Nun schreit’ ich zum Licht und zur Freiheit empor;

Doch wendet sich rückwärts mein sehnender Blick:

Denn gefangen bleibet mein Herz zurück!

Herr Wilibald erschien an diesem Abend besonders aufgeräumt; der Abschluß der Fehde mochte ihm wohl manche schwere Sorge vom Herzen nehmen. „Was hältst du von Lorenz Tucher?“ fragte er im Laufe des Gesprächs seine Tochter.