Die graurothe Erde, zu dauerndem Ruhelager in die Tiefe gelangt, verwandelt sich in feinzertheilten, durch organische Substanzen massenhaft bereicherten üppig fruchtbarsten Humus unter den Bedingungen anhaltender Feuchtigkeit, starker Erwärmung und mäßiger Wasserversickerung. Diese Bedingungen werden in seltenen Fällen in gleichmäßigem Grade erfüllt, am meisten in den geschlossenen sogenannten Regenwäldern, in den Thälern von Alluvium absetzenden Flüssen und auf den sanft verlaufenden Abdachungen der Gebirge.
Findet das vom Humus eingesogene Wasser keinen Abfluß, so formt sich der Boden zu schwarzer Erde um, die entweder mit Savannen oder mit zähem Schlamm und mit Sümpfen bedeckt wird.
Diese vier verschiedenen Qualitäten der Erdkruste kommen selten rein, meistens in mannichfach abgestuften Uebergängen vor. Welche Ausdehnung die eine oder andere Gattung besitzt, läßt sich bei der Lückenhaftigkeit unserer gegenwärtigen topographischen Kenntnisse nicht annähernd genau weder behaupten, noch viel weniger mit Zahlen angeben, aber ein allgemeiner Ueberblick führt zu dem Schluß, daß der größere Theil des zwischen Umba und Rovuma liegenden Landes mit der rothen Lateriterde bedeckt ist.
Vier Hauptströme fließen von den Bergen dem Meere in westöstlicher Richtung zu: der Pangani, Wami, Kingani und Rufidschi. Trotz starken Gefälles und unausgesetzter Nährung durch zahlreiche Zuflüsse, hat keiner sein Bett so tief gegraben, daß er auf größere Strecken von der Küste aus für Lastschiffe oder Dampfbarkassen schiffbar wäre. Der Wasserüberschuß wird in periodischen Ueberschwemmungen vergeudet.
Die Verzweigung des Flußsystems in eine Menge von Thälern und Schluchten hat zwei Vortheile:
erstens tragen die Bäche und Ströme im Gebirge reichlich vorhandene Feuchtigkeitsmengen den sonst in der Sonnenhitze vertrocknenden ebenen Niederungen zu; zweitens schlemmen sie die Verwitterungsproducte der höheren Regionen nach den Tiefländern ab und häufen hier ein fruchtbares Alluvium an.
Das allgemeine Vegetationsbild Deutsch-Ostafrikas ist demnach folgendes:
In und auf den Bergen geschlossene Waldungen, an den Abhängen und in den Thalsohlen Bananenhaine und vereinzelte Wiesenflächen.
Auf den ebenen Niederplateaus und in den breiteren Thalbetten:
Moräste mit Complexen von Buschwald.