Offene Savannen, entweder cultivirbare oder steinige, ausgedörrte.
Savannen mit üppigem oder dornigem Dschungel oder mit leichtem Gehölz (Savannenwald) und mit Buschwald an den Rinnsalen der Gewässer (Galeriewälder).
Unmittelbar an der Küste:
Kokospalmenhaine und Baumwollstauden auf fruchtbarem Sandboden; Mangrove-Waldungen, überall mit sumpfigen Lagunen. Kopalwälder im südlichen Theil.
Ausgedehnte Culturflächen im europäischen Sinn existiren nirgends, nur Culturflecke inmitten der Wälder, an Gebirgsabhängen, im bewässerten Savannenland und in der Nähe des Meeres.
Die Wälder bestehen hauptsächlich aus Wollbäumen, Sykomoren, Tamarinden, Banianen, Akazien, Dum- und Delebpalmen, Miombo- und Kopalbäumen. Die häufigsten Schlinggewächse, die sie durchziehen, sind die Gummiliane und die Sassaparilla. Baumartige Farrn, Bambusen und Kriechpflanzen bilden das Unterholz, das fast überall die Räume zwischen den Stämmen ausfüllt. Verfaulende Vegetation erfüllt die Waldluft mit schwülen Miasmen; düsteres Dämmerlicht herrscht auch beim hellsten Sonnenschein. Die Wälder stehen auf dem fruchtbarsten, weil wasserhaltigsten Boden.
Die offene Savanne ist blumenloses Grasland mit vereinzelt stehenden Affenbrotbäumen (Baobab). Das Gras schießt mit 2–4 m hohen, harten, kantigen Halmen, in getrennten, oben sich ausbreitenden Büscheln auf; am Boden ist freier Zwischenraum für niedriges und kleines Gethier. Das Wandern in demselben ist für den erwachsenen Menschen ermüdend und nach Thaufall sehr unbehaglich, da er mit dem Haupte das über ihm zusammenschlagende Gräsermeer immer von neuem zertheilen muß; bei der Nähe von Büffeln, Löwen, Leoparden oder feindlich gesinnten Eingeborenen wird das Durchschreiten solcher Strecken ziemlich gefährlich, da man weder über die Halme hinweg, noch zwischen diese auf nur geringe Entfernung sehen kann. Wird die Savanne niedergebrannt oder verdorrt sie unter der Glut der Sonne, so verwandelt sie sich in fußtiefe, lästig staubige Asche. In der wasserarmen, steinigen, auf nacktem Lateritboden stehenden Savanne härten und schärfen sich die Halme; die Grasbüschel stehen weit auseinander. Erhält sie aber Befeuchtung, sei es von häufigen Regenschauern oder von durchfließendem Gewässer, so kann aus ihr ertragfähiges Ackerland geschaffen werden.
Die Monotonie der Savanne wird unterbrochen entweder durch lichtes Gehölz (Savannenwald) oder durch Buschwald (Dschungel).
Der Savannenwald setzt sich wesentlich aus Akazien, Eriken und Mimosen zusammen. Je trockener der Boden, desto zahlreicher tritt die stachelige Gummi-Akazie auf.
Das Dschungel ist der gefürchtete Gestrüppwall. Es bildet eine compacte Masse strauchartiger, eng in sich und von Grund aus verzweigter, mit zähem Schlinggewächs netzartig verbundener Bäume und dornenbewehrter Blattpflanzen. Haben nicht Elefanten oder Nashörner einen Pfad durchgebrochen, so muß der Durchgang mit Beilen und Messern erkämpft werden. Die Luft darin ist düster und schwül, der Boden oftmals versumpft; es ist die Heimstätte der Tsetsefliege. Bei der Zunahme nackten, trockenen Lateritbodens überwiegen stachelige Gewächse die immergrünen, dornenlosen. Zu jenen gehören die Gummi-Akazie, Euphorbien, Opuntien und Aloën.