Zwischen den Mündungen des Kingani und des Rufidschi liegt die Küste als ein 5–20 km breiter, niedriger, knapp über die Meereshöhe sich erhebender Streifen Landes da. Von diesem steigt ein Plateau empor, das zwischen den beiden genannten Flüssen sich bis nach Sungomero in Kutu ausdehnt. Es ist eine von Süd nach Nordwest geneigte Fläche; es fällt von der höchsten Erhebung am Konoge-Hügel (210 m) der Küste entlang bis gegen Bweni (90 m) und längs des Rufidschi bis Sungomero (153 m) langsam ab; rascher und tiefer senkt es sich gegen das Thal des Kingani (Dundunguru 58 m und Kiranga Nanga 22 m). Der östliche Plateaurand tritt als ein Hügelgelände zwischen Kondutschi und Dar-es-Salaam dicht an die See heran, buchtet sich weiter südlich aus und gibt Raum für die Verbreiterung der Thalebene des Mbesi; von den Marui- bis zu den Konoge-Hügeln verläuft er nahezu parallel mit der Seeküste.

Im Vergleich mit der ersten Terrasse Useguhas liegt die Hochfläche Usaramos um durchschnittlich 150 m niedriger und reicht ununterbrochen um etwa 100 km weiter landeinwärts. Deshalb machen sich auch die Seewinde und das Seeklima bis tief nach Kutu hinein bemerklich. Der östliche Thalgrund des Kingani von Bomani bis Usungula wird von dem westlichen durchschnittlich um 70 m überragt, sodaß dieser wie eine Hügelkette erscheint.

Im Westen von Usaramo steigt, vom Gerengere und Mgeta wie von zwei Armen umfaßt, eine vielfach gegliederte Gebirgsmasse empor. Den Centralstock bildet das Uruguru-Gebirge in Ukami mit einer Erhebung von 1800–2000 m. Es dehnt sich nach Nordosten bis zum Kungwe oder Kira-Berg (1768 m) aus, der als Höhenzug südöstlich sich fortsetzt und mit dem Kidunda-Berg am Mgeta endet. Nach Süden dacht sich das Uruguru-Gebirge zu den Dutumi- oder Mkambaka-Bergen (900–1200 m) und nach Westen zu den Kigambwe-Bergen ab. An diese schließen sich nördlich die 570 m hohen Kihindo- (oder Mindu-) und die Mguruwandege-Berge an, welche Ukami und Kutu von der Makata-Ebene in Usagara scheiden; im Süden stößt das Rufutu-Gebirge (ungefähr 800 m) an.

Die schroffen Abhänge der Dutumi-Berge umschließen im Norden die Thalebene von Sungomero und Kiriru; dagegen bildet eine östliche Abzweigung der Rufutu-Berge von Mbwigwa gegen Behobeho die Wasserscheide zwischen dem Mgeta und dem Msendasi-Ruaha.

Das ganze Gebirge in Ukami und Kutu besteht aus Granit, der als nackter Felsen auf den Kämmen und höchsten Gipfeln zu Tage tritt oder in mächtigen, zerstreut liegenden Blöcken gefunden wird. Manchmal ist er von Thon- und Sandsteinschichten überlagert. Die Bergcontouren sind kuppelförmig oder wildgezackt. Eine eigenthümlich symmetrische Form besitzt der Kilima Hatambula bei Behobeho; von einer flachen Terrasse erhebt er sich viereckig, gleich einem Denkmal, nahezu senkrecht. Die Masse besteht aus Sandstein; dazwischen liegen eingesprengte Lavalager, welche die totale Verwitterung gehemmt und die Gleichförmigkeit bewirkt haben.

Flußsystem.

Das Plateau von Usaramo wird an seiner Westgrenze von dem Kingani und an seinem Südrande von dem Rufidschi bespült, aber in keiner Richtung von irgend nennenswerthen Rinnsalen durchfurcht. So erhält der Kingani von der gegen sein Bett stark geneigten 60–100 km breiten Hochfläche keinen einzigen nennenswerthen Zufluß; alles Wasser, das ihm zuströmt, kommt von der linken Seite, von den Bergen von Ukami und Kutu. Nur dem steilen Ostrand der Hochfläche entquellen eine größere Zahl von Bächen, die sich nach kurzem Lauf in das Meer ergießen, so der Msinga in die Bucht von Dar-es-Salaam, der Mbesi in die Schungu-Bai und der Mgasi in die Bai von Kisiju.

Der Kingani entsteht aus dem Zusammenfluß des Gerengere und Mgeta bei Usungula. Beide entspringen im Ukami-Gebirge.

Das Quellgebiet des Gerengere liegt in dem Zusammenstoß des Uruguru-Gebirges mit den Kigambwe-Bergen. Nach kurzem nördlichen Lauf schlägt er in mehrfachen Windungen eine östliche und von Konge eine nahezu südliche Richtung ein. Im Oberlauf nimmt er von rechts den Mrogoro mit dem Tongeni, dann bei Vingongo den Makobola und endlich nördlich von Quaba den Longwe auf. Von der Useguha-Terrasse strömt ihm bei Konge der Tange zu. Er ist ein klares Wasser mit starkem Gefäll, in theils sandigem, theils felsigem Bett. In der Regenzeit wird er von den Sturzbächen des Gebirges überfüllt und tritt verwüstend über seine Ufer. Die Ueberschwemmungen steigern sich in manchen Jahren bis zur Zerstörung weiter, angebauter Strecken, besonders bei Simbamweni und Musondi. Seine Breite beträgt in der Regenzeit bei Simbamweni 2 m, seine Tiefe 1½ m und die Uferhöhe 4 m; bei Musondi ist er 27 m (nach Stanley 18 m) breit, knietief und seine Ufer haben die Höhe von 7–8 m, wie Cameron angibt. Die Breite des Flußbettes selbst erweitert sich aber hier bis zu 225 m.

Der Mgeta entspringt auf der Südseite des Kigambwe-Gebirges, durchströmt die Ebene von Sungomero und behält noch bis Kidunda den Charakter eines in sandigem und steinigem Bett fließenden gelblichen Bergwassers bei; kurz nach der Regenzeit hat er hier eine Breite von 45 m und eine Tiefe von 3½ m. Er nimmt von den Dutumi-Bergen den Mgasi und Dutumi auf und vom Uruguru-Gebirge den noch nicht erforschten Mswasi. Dicht unterhalb des Mabruki-Passes befindet sich die Wasserscheide des Mgeta vom Ruaha; nach Süden fließt der Msendasi ab, nach Osten der Msegwe und Vilansi. Bei Kidunda erhält er den einzigen stärkern Zufluß vom Plateau, den in tiefeingeschnittenem Bett über Blöcke von Quarz, Syenit, Hornblende und rothem Sandstein dahinfließenden Manjora.