Usaramo grenzt im Osten an das Meer, im Süden an die Thalebene des Rufidschi, im Nordwesten an den Kingani. Die Westgrenze gegen Kutu läßt sich im allgemeinen durch eine Linie bezeichnen, welche von Kidunda aus in südsüdöstlicher Richtung gegen den Rufidschi gezogen wird.
Die Küste, auch hier Mrima genannt, besteht aus dem weißesten und feinsten Sand, den Trümmern von Korallenbänken, zusammengehalten durch eine Art von kriechenden Winden mit fleischigen Blättern und lilafarbigen Blüten. Zahlreiche Buchten schneiden in das Festland ein; hinter den mit wilder Vegetation üppig bewachsenen Sandbänken ziehen sich Lagunen hin, deren Ufer mit dichtem Mangrovegebüsch umsäumt sind. Wo der Boden aus dem Flutgebiet der See emporsteigt, ragt ein Wall von Kokos- und Delebpalmen, Melonen- und Wollbäumen auf.
Bagamoyo liegt 8 km südlich der Kingani-Mündung. Es besitzt keinen Hafen, sondern nur eine Rhede, 3–4 km seewärts. Bei ruhigem Wetter erfolgt die Landung mit Schiffsbooten ohne Schwierigkeit, bei Seewind ist sie unmöglich, und bei Ebbe müssen die letzten 100 m durchwatet werden. Bei Sturm bieten die nördlichen und südlichen Sandbänke einigen Schutz.
Bagamoyo ist der wichtigste Handelsplatz an der deutsch-ostafrikanischen Küste; hier münden die begangensten Karavanenstraßen aus dem Innern; vor dem Aufstand 1888 kamen in der günstigen Jahreszeit oft 8–10000 Träger wöchentlich an. Für sie ist die Stadt das ersehnte Eldorado, in dem es Nahrungsmittel, Pombe und Weiber in Hülle und Fülle gibt und wo wochen-, ja monatelang Rast gehalten wird. Häuser von Korallengestein und Fachwerk, die Wohnsitze der Araber und der indischen Krämer, bilden einige enge, übelriechende, unregelmäßige Straßen, die dem Strande parallel laufen; diese umschließt im Südwesten das Negerviertel mit seinen Hunderten von Strohhütten. Zu den größten Gebäuden zählen: eine Moschee, ein Hindutempel, das Stations- oder Usagarahaus der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (früher für den Wali bestimmt), 150 m vom Strande entfernt, und das Ratu-Haus (Lagerhaus für die Karavanen). Während der Belagerung Bagamoyos durch Buschiri wurden sämmtliche Negerhütten und ein großer Theil der Gebäude aus Fachwerk zerstört oder verbrannt. Der ganze Ort liegt wie in einem Hain von Kokospalmen und Mangobäumen. Die ständige Einwohnerzahl wurde auf 15000 geschätzt.
In der nächsten Umgebung befinden sich die Schambas der reichen Araber mit den Pflanzungen von Kokospalmen, Bananen, Mangobäumen, Baumwollstauden, Zuckerrohr, Getreide, Hülsenfrüchten und Ananas. Nordwestlich, nicht ganz 1 km entfernt, liegt die wegen ihrer wirkungsvollen Thätigkeit und außerordentlichen Gastlichkeit berühmte französische Missionsstation „de la congrégation du Saint-Esprit et du Saint-Cœur de Marie”. Sie besitzt außer einer hübschen steinernen Kirche ein schloßähnliches Gebäude, massivgebaute Wohnhäuser für die Ordensschwestern und für die Zöglinge, eine Schreiner- und Schlosserwerkstätte sowie Viehstallungen. Was der Boden von Bagamoyo, wenn emsig gepflegt, an Naturproducten in reichster Fülle hervorzubringen vermag, das beweisen die Gärten, Felder und Haine der Mission. Auch wird behauptet, daß durch die Anpflanzung Tausender von Kokospalmen die Missionare die Gesundheitsverhältnisse ihrer Station bedeutend verbessert hätten.
Zwei bis zwei und eine halbe Stunde von der Stadt landeinwärts betritt der Fuß des Reisenden unberührte Wildniß; in der Richtung der Kingani-Fähre: zuerst sumpfige Stellen, lichtes Gehölz in der Savanne; dann in der Thalebene dichtes Dschungel und Wald, zuletzt tiefen Morast. Oder das rechte Ufer aufwärts: Savanne mit Busch und zwischen flachen Bodenanschwellungen sumpfige Mulden.
Der Küste entlang südlich von Bagamoyo bis Dar-es-Salaam setzt sich die Fülle tropischer Vegetation fort.
In dem nahen Kaule (Kaole) nahmen bis zu Anfang der sechziger Jahre die Karavanen ihren Ausgang; das Landen bei Ebbe ist hier noch schwieriger als bei Bagamoyo, man muß 800 m entfernt aus den Booten steigen, um durch Waten trockenen Grund zu gewinnen.
Kondutschi, ein reizend gelegener Ort, in dem auch Viehzucht getrieben wird, ist Ausfuhrplatz für Getreide und Kopal und ein berüchtigter Schlupfwinkel der Sklavenhändler.
Dar-es-Salaam. Die Rhede bietet bei Südwestmonsun gute und geschützte Ankerplätze, nicht aber bei Nordostmonsun; in letzterm Falle ankern die Schiffe in der nahen, nördlich und günstig gelegenen Bai von Msasani. Dar-es-Salaam besitzt einen geräumigen und vollkommen sichern Hafen; die Einfahrt durch die gewundene und enge Gasse von Korallenriffen ist schwierig, namentlich für Segelschiffe. Dampfer mit 6 m Tiefgang können nur bei Hochwasser durchkommen, diejenigen von geringerm Tiefgang bei jedem Wasserstand. Die Stadt liegt an der Mündung des Msinga; er bleibt bis über 6 km landeinwärts schiffbar für Boote von 3–3½ m Tiefgang.