Said Madschid, ein Vorgänger von Said Bargasch, Sultan von Sansibar, hatte beabsichtigt, durch Hafenanlagen und durch den Bau von geraden und breiten Straßen die Stadt mit ihrer entzückenden, fruchtbaren, schönbewaldeten Umgebung zu einem behaglichen Wohnsitz und zu einem Haupthandelsplatz zu erheben. Sein Werk wurde nicht fortgesetzt. Was an steinernen Häusern nicht vollendet wurde, verfiel in Trümmer. Doch machen noch jetzt die Reihen massiver Gebäude längs des Hafens, die breiten, steinernen Treppen, die zum sandigen Quai hinabführen, und die sorglich eingefaßten Quellen mit frischem Trinkwasser den Eindruck civilisatorischer Thätigkeit. Gegenwärtig ist die deutsche evangelische Mission am Werk, ein stattliches Gebäude aufzuführen.
Da Dar-es-Salaam als Hinterland das unfruchtbare Usaramo und die noch nicht exportfähigen Gebirgsländer Kutu und Ukami besitzt und von der bedeutendsten Karavanenstraße nach dem Innern, nämlich der durch Ukwere und Useguha führenden, zu entfernt liegt, so wird für die nächste Zukunft seine Anziehungskraft nur eine local beschränkte, hauptsächlich für den Kopalhandel an der Mrima wirksame sein.
Die Ebene steigt von der Stadt mäßig in zwei, von Korallenfelsen gebildeten und mit rothem Sandstein und Thon überdeckten Stufen an. Die Höhe der ersten beträgt 6 m, die der zweiten 15–18 m.
Südlich von Dar-es-Salaam bis zum Mkunde erstreckt sich eine 50 km lange wellige, stellenweise morastige Savanne mit Waldgebüsch, die am Strand von Mboamadschi bis Kimbidschi in Mangrovesümpfe übergeht und in dem ausgedehnten Schlammgebiet von Iegea endet. Am Mbesi tritt eine Unterbrechung ein durch gut cultivirten Alluvialboden; der Fluß kommt aus der sehr fruchtbaren, besonders mit Reis bebauten Ebene von Liwali. Zwischen dem Mkunde und Mgasi liefert „der Garten von Kwale”, durch regelmäßige leichte Regenschauer befruchtet, die ausgiebigsten Ernten von Mais, Hirse, Reis, von Kokosnüssen und Mangofrüchten. Die übrigen Küsten- und Handelsplätze liegen in sumpfigen Mangrovegebüschen, in Brutstätten des Fiebers. Die Bewohner der Mrima gewinnen aus den großen Waldungen von Kopalbäumen, die den Ostrand des Plateaus von Mangatani bis zu den jenseit des Rufidschi gelegenen Matumbi-Bergen umsäumen, sehr bedeutende Quantitäten von halbfossilem Kopal, dem wesentlichsten Handelsartikel an den Küstenplätzen Kisiju, Kitmangao und Kivinja. Die Bevölkerung zieht dorfweise und wohlbewaffnet in die Wälder und gräbt aus Löchern von 1½ m Tiefe das werthvolle Product aus. Das Harz der Kopalbäume wird nur zur Gewichtsvermehrung des reinen Fossils benutzt. Der Export von Kopal aus Kwale und Delgado betrug 1867/68 an 40000 Dollar Werth. Der feinste wird im District Kirgesi (nördlich vom Mkunde) gefunden.
Von Kisiju bis Sandasi, welch letzteres von einem Hain riesiger Kopalbäume überschattet wird, nimmt die Gegend den steppenartigen Charakter des nördlichen Landstrichs an.
Das Plateau von Usaramo ist ein einförmig gewelltes Land; der quarzhaltige, rothbraune Sandboden, mit dünner schwarzer Humusschicht überzogen, ist im Wechsel bedeckt mit 2–3 m hohem, hartem Gras, mit lichtem Gehölz und stacheligen Dschungeln; aus morastigen Einsenkungen strömt die verfaulende Vegetation verpestende Dünste aus. Während der Regenzeit fast vollständig überschwemmt, versengt die glühende Sonne in der Trockenheit alles blühende Leben. Das ist der Typus der Landschaft sowol an der Karavanenstraße von Bagamoyo bis Makutaniro am Kingani als auch auf dem Wege durch die Mitte von Dar-es-Salaam bis westlich von Msangapwani. Das „Thal des Todes und des Hungers” wird der hohe Uferrand des Kingani von Muhonjera bis gegen Usungula und „Malaria-Ebene” die ihn begleitende Flußniederung genannt. Das zum Trinken gebotene Wasser ist entweder schmutzig und gesundheitsschädlich, oder es fehlt ganz, wie westlich von Mkamba in dem höhern Theil des Plateaus.
Wo sich aber der Mensch an die Ausrodung der Wälder gemacht oder wo engbeschränkte günstige Bodenverhältnisse es gestatten, da hat die Productionskraft der geringen Humusschicht genügt, um mit guten Ernten von Getreide, Taback und besonders von Reis den angewendeten Fleiß zu belohnen. So am Kingani. Man könnte in Dunda (der ehemaligen deutschen Station), wenn es auch wegen der umliegenden fiebererzeugenden Sümpfe und der schweren, ungünstig zusammengesetzten Erde nicht sehr empfehlenswerth ist, doch mit einigem Erfolg Reis im Thale und vielleicht Baumwolle und Taback auf der Höhe bauen; ebenso in Madimola (deutsche Station), obwol dessen Boden bei der Analyse ein noch weniger befriedigendes Resultat als jener von Dunda ergeben hat.
Kiranga-Ranga ernährt eine große Anzahl von Eingeborenen durch den reichlichen Ertrag seiner Felder.
Usungula (deutsche Station) besitzt nach K. W. Schmidt Boden von erster Qualität (49,1% Sand, 50% thonhaltigen Staub, reich an Phosphorsäure, geringer an Humus); aber es bedarf einer ergiebigen künstlichen Bewässerung.
Bis Usungula reicht die Existenzfähigkeit der Dumpalme; weiter nach dem Innern wird die Mimose der charakteristische Baum. Von Degela-Mora behauptet Speke, es wäre der reichste Bezirk in Usaramo und an Ergiebigkeit der Ernten mit Indien zu vergleichen.